Schwerter FDP sieht erhebliche Planungsfehler bei neuer Theodor-Fleitmann-Schule

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Foto: © Thomas Schmithausen

Die FDP Fraktion im Schwerter Stadtrat sieht die Planung eines Neubaus der TFG sehr kritisch. Die Zahlen für die Klassen 11 bis 13 würden deutlich zurückgehen und somit sei der geplante Neubau völlig überdimensioniert. Die bessere Lösung wäre eine Kooperation mit RTG und FBG um so die Oberstufen an den beiden bestehenden Gymnasien zu ermöglichen.

Statistiken aus dem Schulentwicklungsplan würden deutlich die sinkende Schülerzahl in der Oberstufe zeigen.

Quelle: Schulentwicklungsplan, S. 58 

Folgende drei grundlegende Fragen seien vor dem Prozess der Neuausrichtung der TFG zu klären: 

(1) Gibt es eine ausreichende Anzahl von Schülern, die es ermöglichen für die TFG eine eigenständige Oberstufe einzurichten? 

(2) Falls dies nicht der Fall sein sollte, muss die Frage geklärt werden, ob es möglich ist eine Beschulungsgarantie für alle TFG-Schüler/Innen mit Qualifikationsvermerk mit einer der beste-henden Oberstufen (FBG, RTG, Gänsewinkel) abzuschließen. 

(3) In Abhängigkeit von der Entscheidung der ersten beiden Fragen ist danach zu prüfen, ob für die geplante Neuausrichtung des TFG ein neues Gelände gefunden werden kann oder ob, auf dem bestehenden Gelände ein Neubau oder eine Grundrenovierung möglich ist. 

Die Planung eines Neu- oder Umbaus hängt unmittelbar mit der Richtungsentscheidung darüber zusammen, ob eine Oberstufe langfristig angestrebt wird. Für den Fall, dass diese Frage positiv beschieden wird, muss es in einem zweiten Schritt darum gehen, ob diese Oberstufe autark oder in Kooperation mit anderen Schulen betrieben werden soll. 

Grundsätzlich bemisst sich die Qualität einer Oberstufe an der Kursvarianz, die den Schülern geboten wird. Dabei gilt vereinfacht das Motto: „Je mehr Schüler, desto besser die Oberstufe“. Die individuelle Auswahlmöglichkeit der zwei Leistungskurse und der diversen Grundkurse gibt den Schülern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Interessen zu vertiefen und ihre Fachwahl zumindest in einem gewissen Rahmen nach persönlichem Belieben zu gestalten. 

Geht man nun davon aus, dass an der TFG eine Oberstufe am Existenzminimum von ca. 80 Schülern, minus einiger Abgänger nach der mittleren Reife, aufgestellt werden würde, ist das Problem offensichtlich: Wenige Schüler; wenig Auswahlmöglichkeit. Bei der Auswahl der Leistungskurse wird das Problem umso größer. Die Schüler verbringen in diesen Kursen 5 Stunden pro Woche, für fast zwei Schuljahre und sie bilden einen erheblichen Teil der Abiturnote. Dieser wichtige Teil der Schullaufbahn sollte nicht aufgrund mangelnder Varianz in die Regelfächer gedrängt werden, sondern den Schülern zuliebe möglichst breit aufgestellt werden. Der Erfolg der Kurse und der Spaß für die Schüler sollte an dieser Stelle ernst genommen werden. Große Wahlmöglichkeiten bei niedrigen Schülerzahlen sind nicht dauerhaft zu realisieren und man kann somit bei den aktuellen Zahlen bestenfalls von einer Notoberstufe ausgehen. 

Das Positivbeispiel der Kooperation von RTG und FBG funktioniert vor allem wegen der sehr nah beieinander liegenden Schulen und der seit Jahren eng verbundenen Lehrer- und Schülerschaft.  

 Ergänzende Überlegungen zu Beschulungsgarantie 

Prinzipiell erhält jeder Schüler und jede Schülerin, mit dem Qualifikationsvermerk nach Klasse 10 das Recht in die differenzierte Oberstufe zu wechseln. 

Dies steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass die gewünschte Oberstufe genügend Kapazitäten besitzt und der Schulleiter der Aufnahme zustimmt. Damit haben die externen Bewerber für die Oberstufe nicht die gleichen Rechte wie die Schüler/innen, die die ersten sechs Jahre an der Schule besucht haben. Dieser Makel könnte durch eine Beschulungsvereinbarung ausgeglichen werden, die, wenn sie mit einem örtlichen Gymnasium getroffen wird, zusätzlich noch einen Imagegewinn bedeutet. Sie sollte folgende Aspekte enthalten: 

-Alle Schüler/innnen der TFG erhalten mit der Einschulung in Klasse 5 die Zusicherung, dass sie, falls sie an der TFG den Qualifikationsvermerk erhalten, in die Oberstufe des Kooperationsgymnasiums wechseln können. Hierdurch wäre bereits bei der Einschulung in Klasse 5 ein Weg zum Abitur aufgezeichnet. Dies würde nicht nur das Image der TFG deutlich heben, sondern auch einen eigenständigen Weg neben dem bereits bestehenden Weg durch die GS Gänsewinkel ermöglich. Außerdem könnte dieses Modell auch für die bereits an der TFG zurzeit unterrichteten Kinder gelten. 

-Ergänzend müssten die TFG-Schülerinnen und Schüler bereits in der Klasse 10 an das aufnehmende Gymnasium herangeführt werden. Hier bieten sich folgende Maßnahmen an: 

– ein Tag der offenen Tür am aufnehmenden Gymnasium nur für TFG Schüler/innen der Klasse 10 

– Einbeziehung der Schüler bereits im zweiten Halbjahr der Klasse 10 bei den Wahlen am aufnehmenden Gymnasium 

– Weitere vertrauensbildende Maßnahmen sind denkbar und wünschenswert 

Sollte der Neubau der Theodor-Fleitmann-Schule wie derzeit geplant durchgeführt werden, sieht die FDP deutliche Steuererhöhungen auf die kommenden Generationen zukommen.

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