Westfälisches Jugendorchester live in concert – James-Krüss-Musical auf der Heide war ein Genuss!

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Pauline Asmuth und George Clark waren die Gesangssoliten bei der Musical-Aufführung von Barbara Stanzeleit (r.) und ihrem Streicherensemble. Foto: Regina Goeke

Was für eine tolle Akkustik eine Schützenhalle haben kann! Barbara Stanzeleit und ihr Westfälisches Jugendkammerorchester hatten sich zum Weihnachtskonzert unter strengen Corona-Bedingungen einige musikalische Gäste und nur nur wenige Besucher in die weite Halle auf der Heide eingeladen. Die Besucher erlebten eine wundervolle Aufführung des Musicals „Ladislaus und Annabella“.

Das Singspiel von Filip Pavlov nach einem bezaubernden Text des Kinderbuch-Autoren James Krüss (u.a. „Timm Thaler“) ist allemal eine glanzvollere Wiederaufführung nach Corona mit großem Publikum wert. Sopranistin Pauline Asmuth und Bariton George Clark, beide studieren an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Operngesang, waren Glücksgriffe, die Orchester-Leiterin Barbara Stanzeleit aber auch mit den hinzugeladenen Instrumentalisten tätigte. Ob es die Querflöten, das Schlagzeug, das Piano, das Saxophon waren – allesamt wertvolle und stimmige Ergänzungen zum jugendlichen Streicherensemble.

Namentlich erwähnt werden sollte der Schwerter Gymnasiast Niclas Malcharczyk; der jugendliche Klarinettist gab als Solist einen mehr als eindrucksvollen Beweis seines professionellen Könnens mit der Canzona für Klarinette und Streicher von Sergei Taneyevund fügte sich dann wohltuend ins Ensemble ein. Frederike Küppermann, sozusagen 1. Geigerin des Orchesters, brillierte mit einer gefühlvollen Meditation aus Jules Massenets Oper „Thais“. Judith Ewald und Leander Bechler ließen die Weihnachtspastorale aus dem Concerto grosso von Arcangelo Corelli (op. 6 Nr.8) erklingen.

Das von Stanzeleit sensibel und motivierend dirigierte Streichinstrumente-Orchester bot bei allen Solis die solide, sehr routinierte Klang-Basis. Beim Musical wuchsen die jungen Instrumentalisten indes zu Hochform heran, Probenfleiß zahlt sich aus. 

Der volltönende, warme Bariton von Georg Clark und der manchmal schmeichelnd-zarte, manchmal fordernd helle Sopran von Pauline Asmuth gaben den Protagonisten des Musicals, dem Bären Ladislaus und der Puppe Annabella die Seelen. Mal witzig-spritzig, mal betrübt, alle Gefühls-Facetten wurden sehr, sehr schön angeboten. Bär und Puppe waren Heiligabend übrig geblieben im Warenhaus, dann kam aber der Weihnachtsmann persönlich und holte sie ab. Eine wunderschöne, kindgerechte, aber durchaus anspruchsvolle Inszenierung mit absolut stimmigen Arrangements.

Barbara Stanzeleit (73) leitet das Westfälische Jugendorchester seit vielen, vielen Jahren. Unzählige Jugendliche hat sie unterrichtet. Sie ist eine Institution im Kulturleben der Ruhrstadt und sollte für solche Konzerte die entsprechende Resonanz bekommen. Das Musical muss noch einmal in würdigem Rahmen aufgeführt werden.

Text: Martin Krehl

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