SPD-Innenstadtspaziergang zur Stadtentwicklung stieß auf großes Interesse

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Foto: SPD Schwerte

„Ruhrstadt Schwerte – Lebendige Innenstadt für alle“ – so heißt eine Masterprojektarbeit, die kürzlich im Fachbereich Raumplanung an der TU Dortmund entstanden ist. „Für die SPD Schwerte ist Stadtentwicklung von zentraler Bedeutung“, so SPD-Ratskandidatin Claudia Belemann-Hülsmeyer, „deswegen habe man dazu eingeladen, an Ort und Stelle die Ergebnisse dieser Arbeit näher kennenzulernen und freue sich über die große Resonanz.“ Am Dienstag folgten mehr als 40 Interessierte der Einladung zu einem Präsentations-Spaziergang durch die Schwerter Innenstadt mit sechs Studierenden und den Betreuern der Arbeit: Dr. Mehdi Vazifedoost von der TU Dortmund und Architekt Reinhard Viehoff – er lebt in Schwerte und hat das Masterprojekt initiiert. 

Am Bahnhof Schwerte begann der Rundgang mit einem kritischen Blick auf die fehlenden Beschilderungen, die insgesamt von den Forschenden bemängelt wurden. Für Ortsfremde gibt es am Bahnhof keinerlei Hinweise, wie sie in die Geschäftsstraße, zum Marktplatz oder zur Ruhr finden und dieses Manko ziehe sich durch die ganze Stadt. Die neu gestalteten Fahrradspuren im Kreuzungsbereich am Bahnhof könnten rot markiert werden, um Radlern mehr Sicherheit zu verschaffen, schlugen die Raumplanerinnen vor. Und sie bemängelten: die schmuddelige Hauswand zwischen Eiscafe und Beginn der Bahnhofsstraße sei kein gutes Entree. 

„Im Stadtpark gibt es erhebliches Entwicklungspotential“, stellte Dr. Mehdi Vazifedoost fest. Die Wegeführung z.B. sei willkürlich und zerstückele die Flächen. Er empfahl im Austausch mit Anwohnern und Bürgern zu ermitteln, welche Nutzungswünsche es gibt und auf diese Weise auch die sozialen Konflikte rund um den Park zu bearbeiten: bislang locke der Park weder mit Spiel- oder Liegewiesen, die Wege seien nicht barrierefrei und der Baumbestand zu dicht. 

Architekt Reinhard Viehoff lenkte den Blick auf den starken Verkehrsfluss durch die Innenstadt und verwies darauf, wie wichtig Verkehrsberuhigung ist. „Wir wollen das Auto nicht aus der Innenstadt entfernen“, erklärte Dr. Vazifedoost, „aber durch die Einrichtung von sogenannten Fahrradstraßen könne Radfahrern und Fußgängern Vorrang vor dem Auto eingeräumt werden.“ Das von der Verwaltung geplante Parkleitsystem findet die Zustimmung der Raumplaner, da es die Suche nach Parkplätzen minimiert. Auch das städtische Vorgehen gegen Schrottimmobilien wie „Alt Schwerte“ in der Hüsingstraße ist im Sinne der Raumplaner zur Aufwertung der Einkaufsstraße. Wie kann sich Schwerte gegen immer mehr Leerstände in den Geschäftsmeile stemmen? Ein Patentrezept haben die TU Forscherinnen auch nicht in der Tasche, aber Empfehlungen: attraktiven, barrierefreien Wohnraum in der Innenstadt schaffen, um die Kaufkraft zu stärken, die temporäre Nutzung von Leerständen durch z. B Pop up Stores oder gemeinschaftliche Büroflächen oder auch die optische Aufwertung von Hausfassaden und Wegen. Die Rundgang-Besucher forderten unbürokratische Unterstützung bei kleinen Verschönerungsideen, den Abbau von Sondernutzungsgebühren, und sie verwiesen auf Hemer und Menden, wo es vorbildlich gelungen sei, mit offenen Wasserläufen die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen.  

Dass der Architekturwettbewerb zur Gestaltung des Kleinen und Großen Marktplatzes mehr als überfällig war, bestätigten die Bewertungen der Dortmunder Forscher: fehlende Barrierefreiheit und mangelhafte Aufenthaltsqualität stießen den Raumplanern besonders auf. Aber die coronabedingte Ausweitung der gastronomischen Flächen auf dem großen Markt könnte zukunftsweisend sein, meinte Architekt Reinhard Viehoff. 

Von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Stadt ist schließlich die Öffnung zur Ruhr. Dr. Mehdi Vazifedoost berichtete, dass er und sein Institut die Stadt Herdecke in dieser Frage erfolgreich beraten habe. Die Raumplaner der Uni Dortmund bemängelten in Schwerte nicht nur die schlechte Wegeverbindung zwischen Stadt und Fluss. Wünschenswert wären z.B. auch Trittstufen an der Ruhr zum Verweilen am Wasser, oft könne man den Fluss nicht einmal sehen. Das Areal zwischen Marktplatz und Ruhr berge enormes Entwicklungspotential, um Lebensqualität und Attraktivität Schwertes zu steigern.   

Die SPD fühlt sich nach dem Rundgang mit Experten in ihrer Themensetzung bestätigt. Insbesondere die Schaffung von mehr attraktivem Wohnraum in der Innenstadt und verbesserte Möglichkeiten, um die Ruhr als den Fluss der Stadt wahrzunehmen, spielen hier eine wichtige Rolle. “Wir werden Anregungen aus der Begehung als Prüfaufträge an die Verwaltung weitergeben und bleiben beim Thema Stadtentwicklung und -verschönerung dran!“, so Claudia Belemann-Hülsmeyer für die SPD.

PM: SPD Schwerte

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