Ruhr wird immer trockener – Bilanz des Abflussjahres 2020

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Ruhr wird immer trockener – Bilanz des Abflussjahres 2020 Foto: Kreis Unna - Max Rolke

2020 war zusammen mit 2007 das wärmste Abflussjahr seit Beginn der Aufzeichnungen, sagt der Ruhrverband. Zum zwölften Mal in Folge hat der Verband im Abflussjahr 2020 für das Ruhreinzugsgebiet weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel verzeichnet. Insgesamt fielen im Einzugsgebiet der Ruhr neun Prozent weniger Regen als der langjährige Mittelwert.

Eine besondere Rekordmarke setzte dabei die Sechs-Monats-Phase von April bis September, in der gerade einmal 58 Prozent der in diesem Zeitraum üblichen Regenmenge fielen. Nur ein einziges Mal seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnungen, nämlich im extremen Trockenjahr 1959, war dieser Zeitraum noch trockener gewesen. Der mit Abstand nasseste Monat des Jahres war der Februar 2020, der mit 204 Millimetern rund zweieinhalb Mal so viel Niederschlag verzeichnete wie ein durchschnittlicher Februar

Nicht nur wärmer, auch trockener
Es wird jedoch nicht nur immer trockener im Ruhreinzugsgebiet, sondern auch immer wärmer. Mit 1,3 Grad über dem Vergleichswert der Zeitreihe 1981 bis 2010 wies das Abflussjahr 2020 exakt die gleiche Mitteltemperatur auf wie 2007, das bislang den alleinigen Rekord als wärmstes Abflussjahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen gehalten hatte.

Hinzu kommt, dass die Jahre 2014, 2016, 2018 und 2019 alle nur um 0,1 Grad „kühler“ waren als 2020. Das bedeutet: Die sechs wärmsten Abflussjahre seit Aufzeichnungsbeginn vor fast 140 Jahren hat es in den letzten 15 Jahren gegeben, drei davon in den letzten dreien!

Hoch- und Niedrigwasser
Die Ruhrverbandstalsperren haben im Abflussjahr 2020 jederzeit genug Wasser zur Einhaltung der Mindestabflüsse an der Ruhr abgegeben. Sie mussten dazu allerdings erneut Schwerstarbeit leisten: Gäbe es die Talsperren des Ruhrverbands nicht, wäre die Ruhr in Schwerte Villigst von Juli bis September an mehr als der Hälfte aller Tage trockengefallen.

Hochwasserereignisse gab es im Abflussjahr 2020 tatsächlich auch, und zwar einmal Ende Februar und ein weiteres Mitte März. Dabei erreichte der Abfluss der Ruhr am Pegel Hattingen am 24. Februar um 14:35 Uhr mit 458 Kubikmetern pro Sekunde bei einem Wasserstand von 535 Zentimetern seinen höchsten Abfluss im Abflussjahr 2020.

Übrigens: Ein Abflussjahr geht jeweils vom 1. November bis zum 31. Oktober fest, weil die Wasserreserven Ende Oktober erfahrungsgemäß am geringsten sind.

– Ruhrverband –

Quelle: Kreis Unna

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