Rat in Nowy Sacz kippt Beschluss: Städtepartnerschaftliche Beziehungen können wieder aufgenommen werden 

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Schon im vergangenen Jahr hatte Ludomir Handzel Schwerte besucht und war dabei von seinem Amtskollegen Dimitrios Axourgos empfangen worden. Foto: Stadt Schwerte

Die Zeichen stehen auf Wiederbelebung der Freundschaft zur polnischen Partnerstadt Nowy Sacz. Der dortige Stadtrat hat den im November 2019 gefassten Beschluss zur Anerkennung der kommunalen Charta für Familienrechte zurückgenommen. Das ist für Bürgermeister Dimitrios Axourgos die Grundlage, die städtepartnerschaftlichen Beziehungen wieder aufzunehmen.

Das Stadtoberhaupt berichtete auf der jüngsten Ratssitzung von der veränderten Situation in Nowy Sacz und von einem Brief, den sein Amtskollege Ludomir Handzel ihm geschrieben habe. Die guten Nachrichten darin fielen auch im Schwerter Rat auf fruchtbaren Boden.

Vor drei Jahren war die Partnerschaft mit der Stadt in Polen seitens der Ruhrstadt offiziell auf Eis gelegt. Die seinerzeit beschlossene Charta für Familienrechte lässt sich nicht mit den europäischen Werten für Offenheit, Vielfalt und Toleranz gegenüber anderen Lebensmodellen vereinbaren, so die übereinstimmende Meinung des Stadtrates von Schwerte und zahlreicher Kommunen in Deutschland und Europa. Das Grundsatzpapier beinhaltet eine Definition von Familie, die Menschen mit diversen Lebensbiografien, insbesondere der LGBTQ  Gemeinde, ausgrenzt und diskriminiert und fordert dazu auf, Kinder vor der „aufgezwungenen politischen Korrektheit“ zu schützen, damit sie von der „LGBT-Ideologie“ nicht beeinflusst werden.

Deutliche Reaktion

„Die Zustimmung zur Charta hat uns die Basis für unsere freundschaftlichen Beziehungen zu unserer Partnerstadt genommen“, so Dimitrios Axourgos in seiner umgehenden und deutlichen Reaktion auf die damalige Beschlussfassung in Nowy Sacz. Umso positiver wurde das aktuelle Schreiben des polnischen Amtskollegen, der sich von Beginn an von der Charta-Ideologie seines Rates distanziert hat, von Bürgermeister Axourgos und den Schwerter Stadtvertreter*innen aufgenommen.

Ludomir Handzel hatte stets betont, dass die 2019 verabschiedete kommunale Charta für Familienrechte auch aus seiner Sicht mit christlichen Werten unvereinbar sei und sich von Beginn an von dem Beschluss seines Rates distanziert.  „Mit Beharrlichkeit war ich bemüht, unsere Ratsabgeordneten von dieser Auffassung zu überzeugen“, schreibt er in seinem Brief. Das ist ihm offenbar gelungen. Nun hofft er, dass die Stadt Schwerte bereit ist, die Partnerschaft mit Nowy Sacz wieder aufzunehmen. Aus Schwerte wird er dazu eine positive Rückmeldung erhalten.

PM: STadt Schwerte

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