Letzter Tag für “den Fahnder” – Jörg Przystow im Ruhestand

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Foto: © Ruhrblick/M.Kühne

Was für ein Tag des Abschieds! Emotionaler ging es nicht. Die Feuerwehr Schwerte und seine Kolleginnen und Kollegen bereiteten ihm einen tollen Abschied. Reden und Gedichte, Geschenke, Wertschätzung und viele freundliche Worte. „Schutzmann“ sein war 45 Jahre sein Maßstab und immer schön auf Augenhöhe geblieben.

Alles begann im Jahre 1978, mit dem Weg in den öffentlichen Dienst. Zunächst bis Juni 1982 als Soldat auf Zeit in Hemer (ehemalige Blücher Kaserne), dort wo heute der Freizeitpark Sauerland ist. Davor gab es eine gemeinsame Schulzeit mit dem heutigen Regierungspräsidenten Heinrich Böckelühr, ebenfalls Jahrgang 1961. Als Bürgermeister hat Przystow ihn 18 Jahre als Polizist begleitet. 1982 erfolgte dann der Wechsel als Polizeibeamter des Landes NRW.

In Erinnerung geblieben sind aus der Zeit „auf der Straße“ leider einige Dienstunfälle. Der 20. November 1989 blieb dabei in ganz besonderer Erinnerung. Die Presse hat auch darüber intensiv berichtet. Es war ein Einsatz, eine größere Familienstreitigkeit in der Regenbogenstraße in Schwerte. Durch ein Familienmitglied wurden ihm zwei gefüllte Bierflaschen an dem Kopf geworfen, die auch beide trafen. Gerade ein Haus gebaut, noch nicht wirklich komplett durch entsprechende Versicherungen abgesichert und einfach nur großes Glück laut Aussage des Notarztes, dass es „nur“ mit einer Kopfverletzung, die genäht werden musste, ausgegangen ist. Der Täter bekam 7 Monate auf Bewährung. Ein Schmerzensgeld hat er nie bezahlt. Nach Genesung zurück in den Dienst und ab auf das Polizeimotorrad. Gleich am ersten Tag holte ihn dann ein unaufmerksamer Fahrer durch sein unüberlegtes Wendemanöver vom Krad. Wieder ins Krankenhaus, aber auch das ging am Ende gut aus. Die anderen, kleinen Verletzungen möchte Przystow nicht erwähnen.

Foto: © Ruhrblick/M.Kühne

110 und 112 sind eben immer da, wenn sie gebraucht werden. Klar, alles machen sie sicher nicht immer richtig, aber sie versuchen es. “Auf uns kann man sich verlassen und so manchen Shitstorm muss man leider über sich ergehen lassen. Wir halten aber den Kopf hin, wenn es drauf ankommt und die Feuerwehr geht rein, auch wenn es so richtig heiß wird wie schon oft von mir gesagt und geschrieben!” so Przystow. “Sag Deinen Helfern und Rettern in der Not mal einfach DANKE und beschimpfe und bespucke sie nicht und greife sie schon gar nicht an!” so der Wunsch von Jörg Przystow.

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