Kommunalwahl und Gleichstellungsziele

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Foto: Stadt Schwerte

Gemeinsam im Bund mit den Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Unna setzt sich Birgit Wippermann für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Die gemeinsame Konferenz fand nach langer Corona-Pause im Kreishaus statt. Die Gleichstellungsbeauftragten begrüßen die am 8. Juli beschlossene erste nationale ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung. „In Zeiten von Corona dürfen die Gleichstellungsmaßnahmen nicht auf der Strecke bleiben, gleichwohl sind Zielstellungen und Verpflichtungen weiter nötig.“, sind sich die Gleichstellungsbeauftragten einig.

Auch die Bürger*innen in den Kommunen des Landes wünschen sich eine gezielte Frauen- und Gleichstellungpolitik. Das zeigte die Aktion „Wünsche und Visionen zum Internationalen Frauentag 2020“ der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten. Schwerter Bürger*innen waren aufgefordert, ihre Forderungen zu einem gleichberechtigten gesellschaftlichen Miteinander von Frauen und Männern zu formulieren und in den sog. Visionsboxen zu sammeln. Diese standen in der Bücherei, in der VHS und im Rathaus und viele Schwerter*innen haben sich beteiligt.

„Die Ergebnisse unserer Aktion bestätigen uns in den Forderungen und Fragen, die wir auf Landesebene in unseren aktuellen Wahlprüfsteinen für die Kandidat*innen zur Kommunalwahl im September formuliert haben“, kommentiert Birgit Wippermann, ihres Zeichens städtische Gleichstellungsbeauftragte.

Für sie ergibt sich aus der Auswertung der Ergebnisse ein klarer Handlungsauftrag an die Politik: „mit sehr vielen Beiträgen wurde der Wunsch nach tatsächlicher Gleichberechtigung und Chancengleichheit geäußert. Insbesondere Forderungen nach Lohngleichheit und Anerkennung von Care-Arbeit beschäftigen die Menschen. Daraus lässt sich leicht ableiten, dass die Bürger*innen in diesen Bereichen einen Nachholbedarf sehen.“ Gleiches gilt für den Schutz vor Gewalt. „Nach wie vor ist ein verbesserter Schutz von Frauen und Mädchen vor sexualisierter Gewalt ein häufig genannter Wunsch. Eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit ist die Gleichstellung von Frauen und Männern auch in den Kommunen in NRW noch lange nicht“. 

Neben diesen Schwerpunkten beziehen sich die Wahlprüfsteine auf die Themen Altersarmut von Frauen, geschlechtersensible Stadtplanung, gleichberechtigte Partizipation von Frauen in Politik und Gesellschaft sowie die geschlechter(un-)stereotype Berufswahl von Jugendlichen. 

Die Arbeitsgemeinschaft der Schwerter Frauengruppen hat bereits zu den letzten beiden Kommunalwahlen frauenpolitische Wahlprüfsteine erstellt und hat in zahlreichen Dialogrunden Schwerter Parteien nach ihren Gleichstellungszielen befragt.

Mit ihrer Stimme können die Schwerter Bürger*innen bei der Wahl ihren Wünschen und Visionen für die Gleichstellung Ausdruck verleihen. Die landesweiten Wahlprüfsteine bieten hier Orientierung.

Die Auswertung der Visionskisten können hier heruntergeladen werden: http://frauenbueros-nrw.de/images/pdf/aktuelles/Auswertung-Wuensche.pdf

Die Wahlprüfsteine finden Sie hier http://frauenbueros-nrw.de/images/pdf/aktuelles/2020-07-03_Wahlpr%C3%BCfsteine.pdf

Frauenpolitisches Manifest der Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen für die Kommunalwahl 2020

Im Sinne einer gerechten und gleichberechtigten Schwerter Stadtgemeinschaft, die Teilhabe für alle Bürger*innen gewährleistet, fordern wir:
• Mehr Frauen im Schwerter Stadtparlament

• Mehr Frauen in leitenden Positionen (z. B. Aufsichtsräte) – 9 Parität als Regel auf allen Ebenen

• Mehr Schutz vor häuslicher Gewalt – „Nein zu Gewalt an Frauen“

• Den inklusiven geschlechtergerechten Sprachgebrauch(Genderstern)

• Ein stadtweites Verbot sexistischer Werbung

• Den Ausbau von mobilem Arbeiten, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu ermöglichen – 9 Förderung und Ansprache von Unternehmer*innen

• Die gleiche Bezahlung für Frauen und Männer (equal pay)

• Den zeitlich flexiblen Ausbau von Ganztagsbetreuung für Kinder (0-14 Jahre)

• Die Umsetzung der Leitlinien der MitMachStadt Schwerte zur Förderung von Bürger*innen-Engagement und –Beteiligung, um mehr lokale Demokratie zu ermöglichen

• Den Aufbau von Austauschmöglichkeiten in geschützten Räumen für Frauen jeden Alters, jeder sexuellen Orientierung, körperlichen Verfassung und Nationalität

• Eine gendersensible Erziehung in den Kitas, um einengende und einschränkende Rollenbilder zu überwinden

• Die Qualifizierung von Lehrkräften und Betreuungspersonal im Bereich gendersensibler Bildung und Erziehung

• Frauenpolitische Bildungsarbeit zu stärken, Veranstaltungen zu frauenbiografischen Themen von der Geburt bis ins hohe Alter zu etablieren

Mit diesen Forderungen geht es uns darum, alle Formen des Zusammenlebens in unserer Stadt zu stärken und allen Gruppen eine Stimme zu geben. Gemeinsam setzen wir uns für die Chancengleichheit aller Geschlechter ein.

PM: Stadt Schwerte

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