„Historisches Pflaster“ 

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Foto: Bündnis „Gemeinsam für Schwerte“

Bei dem auf dem Schwerter Markt liegenden Pflaster handelt es sich zu großen Teilen um das ursprüngliche, historische Pflaster und nicht um Pflaster, das nach dem Bau der Tiefgarage und des Citycenters erstmalig verbaut wurde.

Dieses ist der Verwaltung spätestens seit September 2020 bekannt.

In der Bürgerabstimmung über das Pflastermaterial, die vom 10.05. – 30.05.2021 stattfand, wurde die Wiederverwendungsmöglichkeit des vorhandenen Pflasters, sowie, dass es sich in großen Teilen insoweit um das historische Pflastermaterial des Marktes handelt, nicht erwähnt oder als Möglichkeit für die Materialauswahl angeboten. Auch der Rat wurde über diesen Umstand nicht in Kenntnis gesetzt.

Die GfS hat das Denkmalamt Münster und die Ratsfraktionen über den Vorgang informiert.

Bis zum heutigen Tag hat die Stadt für die Planung der Neugestaltung bereit 491.000 Euro ausgegeben, hinzukommen werden 20% der Kosten der Gesamtmaßnahme, sowie die Sanierungskosten der Tiefgarage, die derzeit nicht prognostizierbar sind. Bei der derzeitigen Zinssteigerung wird diese geplante Neugestaltung des Marktplatzes nebst Folgekosten eine Millionenbetrag ausmachen, mit den entsprechenden Folgen für den Schwerter Haushalt.

Foto: Bündnis „Gemeinsam für Schwerte“

Zu den Fakten:

Ende der 1970er Jahre wurde das heute noch existierende Büro Menke aus Dortmund, Kettlerweg 3, 44141 Dortmund, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten, durch die LEG NRW mit der Erneuerung 
des Marktplatzes und des kleinen Marktplatzes in Schwerte beauftragt.
Durch den Abriss alter Gebäude und den Neubau des City Centers erhielt der ursprüngliche Marktplatz neue Proportionen, da die Westseite verlängert wurde. Der damalige Landeskonservator, Denkmalamt Münster und heutige Lehrbeauftragte des kunsthistorischen Instituts der Universität 
Köln, Prof. Dr. Udo Mainzer, Albertus-Magnus-Platz, 501923 Köln, war in die damalige Neukonzeption des Platzes intensiv eingebunden und drang auf die Erhaltung der ursprünglichen Platzproportionen. Deshalb wurde an der Westseite eine doppelte Baumreihe gesetzt, um den durch Abriss vergrößerten Marktplatz in seiner Ursprungsausdehnung visuell wieder herzustellen.


Weiterhin wurde vor dem Bau der Tiefgarage das vorhandene historische Pflaster (Blaubasalt klein und Ruhrsandstein groß) des ursprünglichen Marktplatzes gesichert und bei der Neupflasterung wiederverwendet, durch Porphyr-Kleinpflaster ergänzt und dann ungebunden verlegt. Hierdurch 
wurde insbesondere der Erhalt des Altstadtcharakters angestrebt. Dieses heute verlegte  Naturpflaster, zum großen Teil bestehend aus historischem Material, ist insoweit uneingeschränkt nutzbar.


Diese Informationen wurden vom Büro Menke mit Mail vom 16.09.2020 12:47 Uhr, die uns vorliegt, an die Stadtverwaltung und das Planungsbüro Scheuens Wachten, das mit der Durchführung des Wettbewerbs für die Umgestaltung des Marktplatzes, beauftragt war, übermittelt. 

Nach unserer Kenntnis wurden diese Informationen bis zum heutigen Tag nicht an den Rat bzw. seine Fraktionen weitergeleitet und waren zum Zeitpunkt der Ratssitzung vom 25.05.2022 den Ratsmitgliedern nicht bekannt.

PM: Bündnis „Gemeinsam für Schwerte“

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