Kreis Unna. Wer im Kreis Unna noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, hat weiterhin gute Chancen. Nach Angaben der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sind aktuell noch 945 Ausbildungsplätze in den Betrieben der Region frei. Besonders dringend werden unter anderem Nachwuchskräfte im Baugewerbe gesucht: 27 Ausbildungsstellen sind dort noch unbesetzt. Im Garten- und Landschaftsbau gibt es elf freie Plätze, neun weitere bei Maler- und Lackiererbetrieben. Auch Dachdeckerbetriebe suchen noch 14 Auszubildende.
Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd verweist dabei auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Besonders aufmerksam macht die Gewerkschaft auf Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. 75 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren im Kreis Unna haben demnach keinen Berufsabschluss.
„Es ist nie zu spät“, betont Friedhelm Kreft, Vorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Gerade jetzt lohne es sich, noch einmal aktiv nach einem Ausbildungsplatz zu suchen. Die regulären Ausbildungsstarts liegen zwar häufig im August oder September, doch auch im Oktober würden Betriebe noch Ausbildungsplätze vergeben.
Bundesweit ist die Situation ähnlich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben in Nordrhein-Westfalen rund 642.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung und keinen Ausbildungsplatz.
Die IG BAU empfiehlt Jugendlichen, sich Unterstützung bei der Berufsorientierung zu holen. Eine Anlaufstelle ist die Jugendberufsagentur. Auch die Arbeitsagentur bietet Beratungen vor Ort und digital an. Darüber hinaus rät Kreft dazu, direkt auf Unternehmen zuzugehen. Ein persönliches Gespräch könne nicht selten zu einem Praktikum oder sogar zu einem Ausbildungsplatz führen.
Bei der Auswahl des Ausbildungsbetriebs sollten Jugendliche allerdings nicht nur auf den Beruf achten. Auch Ausbildungsqualität, Bezahlung und berufliche Perspektiven seien entscheidend. Die Gewerkschaft empfiehlt insbesondere Betriebe, in denen ein Tarifvertrag gilt.
„Wer jetzt noch sucht, sollte sich einen Ruck geben“, so Kreft. Eine abgeschlossene Berufsausbildung verbessere die Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz und eine bessere Bezahlung deutlich.






