Die Offenen Ganztagsschulen nicht im Stich lassen – AWO fordert Alltagshelfer*innen in Corona-Zeiten

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AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert fordert mehr Unterstützung für die Offenen Ganztagsgrundschulen, Foto: AWO Ruhr-Lippe-Ems

Nach der Wiederaufnahme des angepassten Schulbetriebs in Corona-Zeiten war und ist auch der Offene Ganztag (OGS) vor große Herausforderungen gestellt. Im Vergleich zu Schulen und Kindertageseinrichtungen stehen die Probleme im Offenen Ganztag jedoch deutlich seltener im Fokus der Öffentlichkeit. Auch die Landesregierung sieht den Corona-bedingten Handlungsbedarf im offenen Ganztag nicht. Während für die Kindertageseinrichtungen und den Unterrichtsbetrieb der Schulen konkrete Maßnahmen ergriffen wurden, fehlen notwendige Unterstützungsangebote für den Offenen Ganztag auf ganzer Linie.

Die Arbeiterwohlfahrt fordert das Ministerium für Schule und Bildung NRW auf, die Träger des Offenen Ganztags zu unterstützen und das vorhandene Personal zu entlasten. In den Einrichtungen führen zum Beispiel die veränderte Organisation beim Mittagessen und ein verstärkter Reinigungs- und Beaufsichtigungsaufwand zu erheblichen Veränderungen in der Alltagsorganisation. Die zusätzlichen Belastungen  müssen bislang durch vorhandenes Personal aufgefangen werden, obgleich die Ausstattung und die finanziellen Mittel für den Offenen Ganztag seit Jahren nicht ausreichend sind. Die AWO fordert von der Landesregierung ein deutliches Signal mit konkreter Hilfestellung. Dies könnte zum Beispiel eine Maßnahme analog der NRW-Landesinitiative „Kita-Helfer“ sein, die darauf abzielt,  das pädagogische Fachpersonal bei alltäglichen Hygienemaßnahmen zu unterstützen.

Wertschätzung für die geleistete Arbeit
Wird für die Schulen nach langer Phase des Lockdowns noch immer über mögliche Risikogruppen unter Lehrer*innen diskutiert, so haben sich die Mitarbeiter*innen des Offenen Ganztags längst in der „Hochphase“ der Pandemie als krisenfest bewiesen. Sie haben die Betreuung der Kinder kontinuierlich  sichergestellt, sogar an Wochenenden und in den Ferien. Durch sie konnten „systemrelevante“ Eltern ihrer beruflichen Tätigkeit weiter nachgehen, als sich NRW im völligen Ausnahmezustand befand. Das Land NRW ist aufgefordert, endlich eine angemessene Finanzierungsgrundlage für Ganztagsschulen, unabhängig vom Finanzstatus der Kommunen bzw. Kreise zu gewährleisten. „Die Qualität der Ganztagsschulen hängt vorrangig von den freiwilligen Leistungen der einzelnen Kommunen bzw. Kreise ab. Die Folge sind große regionale Ungleichheiten bzgl. Finanzierung, Standards und Strukturen. Die AWO fordert: Das muss ein Ende haben!“, sagt Rainer Goepfert, Geschäftsführer der AWO Ruhr-Lippe-Ems. Zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Bildung+Lernen gGmbH ist die AWO Trägerin von 32 Offenen Ganztagsschulen in den Kreisen Unna und Warendorf sowie der Stadt Hamm und betreut rund 2.900 Schüler*innen.

PM: AWO Ruhr-Lippe-Ems

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