Cookiebanner anlässlich des Safer Internet Days 09.02.2021

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Foto: Verbraucherzentrale NRW

Vielen Internetnutzern geht das Aufploppen von Cookie-Bannern beim Surfen im Netz auf den Keks: Viel Text und Kleingedrucktes, komplizierte Browserfenster und lästiges Klicken. Die meisten Surfer wollen die Einblendungen schnell weg haben und drücken auf “akzeptieren”, ohne zu wissen, was sie da eigentlich tun. Aus Anlass des Safer Internet Days, der am 9. Februar in diesem Jahr Meinungsbildung und Desinformation im Netz zum Thema macht, erklärt Klaus Palenberg, Datenschutzjurist von der Verbraucherzentrale NRW, im Expertengespräch den Sinn von Cookie-Bannern und gibt wichtige Tipps: 

• Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Datensätze von Webseiten-Betreibern, die auf Rechnern von Usern gespeichert werden, wenn diese eine Webseite besuchen. Ihre Funktion ist, Nutzer bei erneutem Besuch auf Webseiten zu identifizieren, das Verweilen komfortabel zu gestalten und Aufschluss über ihr Surfverhalten zu geben. Konkret zählen das Abspeichern eines Logins auf einer Internetseite oder das Abspeichern eines Warenkorbs bei einem Online-Händler zu den Aufgaben von Cookies. Sie sind technisch auch in der Lage, das Tummeln von Nutzern im Netz (Webtracking) mit speziell präparierten Seiten nachverfolgbar zu machen.

• Seit wann gibt es für die Platzierung verbindliche Regeln?

Cookies sind treue Surfbegleiter, seitdem das Internet auch von der breiten Öffentlichkeit genutzt wird. Seit 1995 bestehen für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einheitliche Regeln, die mit Einführung der Datenschutzverordnung 2018 weiter ausgebaut wurden. Demnach darf eine Einwilligung zur Anwendung von Cookies nicht in Form von voreingestellten Häkchen oder Kreuzchen erfolgen, sondern hierzu müssen Nutzer aktiv ihre Zustimmung erteilen. 

• Inwiefern profitieren Anbieter vom Setzen der Cookies?

Durch Cookies können Unternehmen und Werbetreibende zahlreiche Informationen über die Nutzer sammeln. Dazu gehören zum Beispiel Angaben zur Häufigkeit, Dauer und Auswahl von Internetbesuchen, die persönliche IP- und E-Mail-Adresse, eingegebene Kontaktdaten und Passwörter, der jeweilige Bildungsstatus, Alter, finanzielle Ausgaben sowie Aufschluss über ausgewählte Produkte und Bestellungen. 

• Welche Gefahren bestehen, wenn alle Cookies freigegeben werden?

Mit Hilfe von Cookies werden etwa umfangreiche Nutzerprofile erstellt, die weitreichende Rückschlüsse über das Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten des Nutzers zulassen. Durch dieses Wissen können die Werbetreibenden die Nutzer beispielsweise anhand personalisierter Werbung leichter manipulieren und zu Käufen verleiten, die sie sonst nicht getätigt hätten.

• Wie gehen Anwender optimal mit Cookies um?

User sollten sich von den oft missverständlichen Gestaltungen der Cookie-Banner nicht verwirren lassen. Stattdessen sollten sie sich die Pop-Up-Fenster zumindest beim ersten Mal durchlesen und dann entscheiden, welche Cookies sie zulassen. Ansonsten ist es besser, nur die notwendigen Cookies auszuwählen, statt einfach auf den Button „alle akzeptieren“ zu klicken.

• Welche Browsereinstellungen können Anwender von vornherein und welche müssen sie jedes Mal vornehmen?

Um Web-Tracking vorzubeugen und es Werbetreibenden zu erschweren, personalisierte Werbung zu schalten, sollte in den Datenschutzeinstellungen des Web-Browsers hinterlegt werden, wie er mit Cookies verfahren darf. Hier können Cookies von sogenannten Drittanbietern, wie etwa Werbefirmen, deaktiviert werden. 

User können hierzu in den Browsereinstellungen unter dem Menüpunkt “Datenschutz/Cookies von Drittanbietern akzeptieren” die Optionen “nie akzeptieren” anklicken und zudem die Do-Not-Track-Option auswählen. Wer seinen Browser zudem so einstellt, dass die Cookies nach jeder Sitzung automatisch gelöscht werden, erschwert ein dauerhaftes Tracking und das Auswerten persönlicher Daten. 

Hierfür müssen sich Surfer jedoch jedes Mal aus Online-Shops abmelden und den Browser nach jeder Sitzung schließen! Alle Cookies abzulehnen, ist hingegen nicht immer sinnvoll, da beispielsweise die Funktion eines Warenkorbs beim klassischen Online-Shopping über einem Cookie funktioniert und mit einer Ablehnung auch ausgeschaltet wäre.

• Wie lässt sich Dauerbeobachtung (Tracking) vermeiden?

Etwa durch regelmäßiges Löschen aller gespeicherten Cookies. Das gelingt meist über einen Check der Einstellungen des Browsers oder bei den mobilen Geräten unter “Datenschutz” oder “Inhaltseinstellungen”. Cookies sollten am besten nach jedem Surfen im Netz, mindestens jedoch einmal monatlich gelöscht werden. Zudem wichtig: Aktueller Virenschutz, die Installation einer Firewall, verschlüsselte WLAN- und eine sichere Browser-Verbindung (erkennbar an der Bezeichnung „https“) sind weitere Vorkehrungen, die vor unliebsamen Web-Einblicken und Eingriffen von außen schützen.

Weitere Einzelheiten und Schritt-für-Schritt-Anleitungen wie Cookies funktionieren, wie User mit ihnen umgehen sollten und wie man sie löschen kann, gibt’s von der Verbraucherzentrale NRW online unter www.verbraucherzenrale.nrw/cookies.

PM: Verbraucherzentrale NRW

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