Artemisia Gentileschi beim ersten Weibsbilderabend in der Rohrmeisterei nach langer Cornapause

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Foto: Stadt Schwerte

Sie wollten Kultur erleben und es sich dabei coronagerecht gut gehen lassen, so genossen die zahlreichen Gäste am Dienstag den Weibsbilderabend in der Rohrmeisterei. Die erste feministische Heldin der Kunstgeschichte traf auf die Schwerter Künstlerin Eva Hammoudo, die das Gespräch mit Birgit Wippermann mit aussagekräftigen Fotos ihrer kraftvollen kleinformatigen Bilder bereicherte. „Ja, das ist meine Arbeit, sich frei machen von Regeln und Vorstellung im eigenen Kopf, von der Idee, ein schönes Bild zu malen, es „richtig“ zu machen.“, so Eva Hammoudo. Auf der anderen Seite ist sie sehr strukturiert in der der Schwerter Kulturlandschaft unterwegs. Sie ist Mitglied im Kernteam der Kulturinitiative Schwerte (KIS) und arbeitet engagiert im Atelier der Ideen der Bürgerstiftung Schwerte Mitte mit. Sie organisiert regelmäßig Atelierausstellungen und mit anderen die Gemeinschaftsschau Expo Schwerte und die kulTour, die dieses Jahr am 4. und 5. September mit 35 Kunstschaffenden und ihren Ateliers zu einem echten Kunst-Hotspot wird. 

Die Kunsthistorikerin Claudia Wenzler porträtierte Artemisia und interpretierte anschaulich ihre Werke. Mit knapp 20 Jahren malte Artemisia die biblische Szene als monumentales Gemälde „Judith köpft Holofernes“. Judith wird bei ihr zur Heroin und Claudia Wenzler sieht das Werk als „eindrucksvolles Statement zur Handlungsfähigkeit von Frauen“. Artemisia gilt als die wichtigste Malerin des Barocks, Ikone des 17. Jahrhunderts und frühe Feministin. 1593 in Rom geboren, war sie zu Lebzeiten international als Malerin bekannt, genoss Ansehen in Florenz und in London, wo sie zwischenzeitlich lebte. Nach ihrem Tod geriet sie in der Kunstgeschichte über die Jahrhunderte in Vergessenheit.

Nach dem Tod ihrer Mutter wurde Artemisia von ihrem Vater dem Maler Orazio aufgezogen. Da sie – anders als ihre Brüder – als Mädchen keine künstlerische Ausbildung erhalten konnte, lernte sie das Handwerk von ihm. Dass Artemisia mit nur 17 Jahren von Agostino Tassi, einem Freund Orazios, vergewaltigt wurde, gilt als einschneidendes Ereignis im Leben der jungen Frau. Vermutlich ist die dominante Präsenz weiblicher Körper in ihrem Werk auf diese Tat zurückzuführen. Egal, ob es Kleopatra, Maria Magdalena oder auch personifizierte Selbstporträts sind, es handelt sich immer um starke Frauen.

Weiter geht es am 17. August:

Als Expertin in Sachen Frauenbiografien stellt Suzanne Bohn Marie Cardinal (1928 – 2001), die Schriftstellerin, Journalistin und Schauspielerin vor. Ihr Leben verlief nicht linear, sondern mit vielen Brüchen, geschuldet den geschichtlichen Ereignissen ihrer Zeit. Sie trifft auf Serin Kabani, die ihren Weg als Zugewanderte nach Schwerte gefunden hat. Sie engagiert sich für interkulturelle frauenpolitische Themen und ist als Erste der Frauenliste „Starke Frauen für Schwerte“ in den Integrationsrat der Stadt Schwerte gewählt worden.

Tickets für 27 EUR können in der Rohrmeisterei telefonisch 02304-201 3001 oder per Mail info@rohrmeisterei-schwerte.de bestellt werden.

PM: Stadt Schwerte

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