Umgestaltung Marktplatz – Offener Brief an den Bürgermeister

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Oberschichtmeisterin Jutta Kriesten. Foto: © Thomas Schmithausen

Einen offenen Brief übergab Oberschichtmeisterin Jutta Kriesten vor einigen Tagen dem Bürgermeister in einem persönlichen Gespräch. Auch allen Ratsfraktionen liegt der Brief in Kopie vor.

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

die von Ihnen geplante Umgestaltung des Marktplatzes freut das Oberschicht der Schwerter Nachbarschaften e. V.,dessen geborenes Mitglied Sie als Bürgermeister sind. Sie wird dafür sorgen, dass der Marktplatz zu einem noch attraktiveren Treffpunkt für alle Mitbürger:innen wird.

„Wir werden weniger, älter und bunter, die Lebenserwartung steigt“, stellte der frühere Oberschichtmeister Christopher Wartenberg schon bei seinem Amtsantritt 2014 fest. Das Oberschicht spricht sich daher bei allen Baumaßnahmen dafür aus, das Interesse an Teilnahme am gesellschaftlichen Leben der Menschen mit Rollator, der Eltern mit Kinderwagen und der Rollstuhlfahrer:innen zu wahren.

Hinsichtlich der Barrierefreiheit auf dem Schwerter Markt möchten wir deshalb einige Aspekte hervorheben:

• Das Leitsystem sollte nicht nur für Blinde taktil erfassbar sein, sondern der Bodenbelag muss sich auch für Sehbehinderte kontrastreich von der Umgebung absetzen. Dies könnte erreicht werden durch ebene, dunkleund großformatige Steine oder Platten auf den Wegen zu zentralen Zielen wie Tiefgaragen-Aufzug, Kirche und Toilette; während die übrige Platzfläche kleinteiligeres helles, rauhes Pflaster erhält. 


Dies erfordert auf den Wegen weniger Fugen und Rollstühle, Kinderwagen oder Rollatoren werden daher weniger durchgerüttelt. Feste Fugen aus Harz oder Zement vermeiden außerdem Stolperkanten, anders als Sand, der ausgewaschen wird. Diese Lösung kostet weniger als die üblichen Leitstreifen, die von vielen Menschen auch als hässliche Stolperkanten angesehen werden.

• Eine Gefährdung nicht nur für Blinde, sondern auch für Menschen mit Sehschwächen (z. B. grauer Star oder andere Fehlsichtigkeiten) entsteht durch abwärts führende Stufen, auch den geplanten Sitzstufen. 
Nach den Planungen geht man zukünftig aus der City-Center-Passage direkt auf die neuen Sitzstufen zu und droht herunterzufallen. Sperr-/Sicherheitsbügel können das Schlimmste vermeiden helfen.

• Auch das Oberschicht hält ein barrierefreies WC am Markt für unerlässlich. Idealerweise ist es als „Toilette für alle“ ausgestaltet. In Großbritannien gibt es schon mehr als 1.000 solcher Behindertentoiletten, die fast alle Wünsche erfüllen. In unseren Nachbarländern Dänemark und Luxemburg sind öffentliche Toiletten bzw. Toiletten in der Gastronomie überwiegend „Toiletten für alle“; samt Babywickel-möglichkeit. Infos: www.toiletten-fuer-alle.de

Sollte eine öffentliche Toilette auf dem Marktplatz zunächst auch nicht vorgesehen sein, so sollte man doch bereits die dafür erforderlichen Anschlüsse vorsehen, um sie später leicht nachrüsten zu können.

Wir hoffen mit unseren Anregungen dazu beizutragen, dass die Neugestaltung des Marktplatzes zu einer Bereicherung für alle Mitbürger:innen wird, die diesen Platz im Herzen der Stadt an den Markttagen und zu anderen Gelegenheiten – wie dem Pannekauken-Fest – schon jetzt gern besuchen.

Mit nachbarschaftlichen Grüßen

Jutta Kriesten

Oberschichtmeisterin

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