„Tee-Gespräche“ in Schwerte: Neue Dialogreihe der IPM bringt Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zusammen

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Foto: IPM

Eine Tasse türkischer Tee, ein offenes Gespräch und der Wunsch, Brücken zu bauen – unter diesem Leitgedanken hat Ömer Kars die Dialogreihe „Tee-Gespräche“ ins Leben gerufen. In den vergangenen Wochen traf er sich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um über Integration, Zusammenhalt und die Zukunft der Ruhrstadt zu diskutieren. Die Resonanz zeigt: Schwerte ist eine Stadt, in der gelebter Dialog und das Miteinander einen hohen Stellenwert haben.

Integration durch persönliche Geschichten

Besonders eindrücklich wurde die Bedeutung der Integration durch persönliche Lebenswege sichtbar. Die Rechtsanwältin Aynur Akdeniz, die bereits als Kind für ihre Familie dolmetschte, steht stellvertretend für viele gelungene Biografien. Als ehemalige Vorsitzende des Integrationsrates setzte sie mit Projekten wie „Rucksackprojekt“ wichtige Impulse für den Spracherwerb von Kindern. Ihr Verständnis von Integration: Die Regeln der neuen Gesellschaft kennen, aktiv mitgestalten und zugleich die eigene Kultur bewahren.

Impulse aus Politik und Ehrenamt

Auch Stimmen aus der lokalen Politik und dem Ehrenamt prägten die Gespräche. Hans Hierweck (Bündnis 90/Die Grünen) und FDP-Stadtrat Philipp Köhler betonten, wie wichtig Begegnungen und Vertrauen sind, um Menschen mit Einwanderungsgeschichte stärker für politische Arbeit zu gewinnen. Der CDU-Unternehmer Egon Schrezenmaier und der Ehrenamtler Tekin Kalaycı unterstrichen, dass persönliches Engagement und direkte Kontakte – etwa am Arbeitsplatz – entscheidend für gelingende Integration sind.

Weitere Akzente setzten der Türkischlehrer Durdu Fedakar, der Mehrsprachigkeit als Bereicherung sieht, und Vereinsvorsitzender Ali Öztürk, der die Offenheit der Aufnahmegesellschaft als Schlüssel für gleiche Chancen hervorhob.

Rückblick mit Heinrich Böckelühr

Ein besonderer Höhepunkt war das Gespräch mit Heinrich Böckelühr, Regierungspräsident und Schwerter Ehrenbürgermeister. Mit Blick auf seine 18-jährige Amtszeit als Schwerter Bürgermeister betonte er die Bedeutung interkulturellen und interreligiösen Dialogs. Er erinnerte an die enge Zusammenarbeit mit dem Integrationsrat sowie die Einführung des interkulturellen Fastenbrechens im Rathaus, das bis heute eine feste Tradition ist. Sein Appell: Parteipolitische Grenzen sollten überwunden werden, damit Integration gelingt.

Fortsetzung erwünscht

Die „Tee-Gespräche“ haben verdeutlicht, dass kontinuierlicher Dialog der Schlüssel für ein friedliches und erfolgreiches Miteinander ist. Initiator Ömer Kars wünscht sich, dass solche Formate nicht nur in Wahlzeiten stattfinden, sondern langfristig etabliert werden. „Nur wer miteinander spricht, kann Probleme erkennen und Lösungen finden“, so Kars.

Text: Ömer Kars, IPM 

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