Stellungnahme Gendern der AG Schwerter Frauengruppen

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Foto: AG Schwerter Frauengruppen

Sprache befindet sich als Spiegel der Gesellschaft in einem steten Wandel – durch neue Einflüsse anderer Sprachen und Kulturen, aber auch durch den Fortschritt von Demokratie und veränderter gesellschaftlicher Strukturen. Sprache verändert und formt auch unser Denken. Zu dieser Dynamik gehören veränderte Rollenverständnisse der Geschlechter sowie die Sichtbarkeit und Wertschätzung aller Menschen. Daher passt der Beschluss des Rates der Stadt von 2022, das Gendern in der öffentlichen Kommunikation zu praktizieren, sehr gut zu unserem weltoffenen Schwerte. Denn so werden Antifeminismus und der Ausschluss queerer Menschen verhindert. Der Genderstern zeigt allen, wie vielfältig unsere Stadtgemeinschaft ist. 

Bürger*innen-Nähe, wie die FDP sie betont, bedeutet auch, zu integrieren statt auszugrenzen. Warum also sollte die diskriminierende, rein männlich geprägte Sprach-Variante die bessere sein? Mit ihr wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht angesprochen. Seit wann sollten der Duden oder ein kleiner Rat für deutsche Rechtschreibung, auf die sich die FDP beruft, unser gesellschaftliches Miteinander im öffentlichen Sprachgebrauch vorschreiben? Ist nicht umgekehrt die verzögerte Übernahme der sprachlichen Wirklichkeit in den Duden eher ein Beleg für Scheuklappen und reaktionäres Verhalten der Zuständigen? 

Von den Anfängen bis heute hat sich die deutsche Sprache weiterentwickelt, stets orientiert an der jeweiligen Gegenwart, dem Hier und Jetzt. Rückwärtsgewandtheit, Verbotsversuche und Populismus halten diese, der aktuellen Zeit angepasste Entwicklung der Sprache hin zu Geschlechtergerechtigkeit nicht auf. 

Vielleicht könnte es jetzt ein Thema für die beworbene „Schwerter Zukunftswerkstatt FDP“ sein, diesen Sprach-Fortschritt gemeinsam zu reflektieren und den eigenen Standpunkt der Partei für die Zukunft aufzuarbeiten. Dabei ist zu beachten, aus welcher Ecke der Beifall für Frauenfeindlichkeit und Missachtung von Geschlechtervielfalt kommt.

Bürger*innen-Nähe ist in der Tat äußerst wichtig – und noch effektiver, wenn dann auch Alle angesprochen werden. 

PM: AG Schwerter Frauengruppen

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