Kreis Unna. Tausende Menschen pendeln täglich über die Kreisgrenzen zur Arbeit. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit kommen 59.540 Beschäftigte in den Kreis Unna, während 80.870 Menschen aus dem Kreis heraus zu ihrem Arbeitsplatz fahren.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht darin eine zunehmende finanzielle Belastung für Beschäftigte. Lange Arbeitswege kosteten Zeit, Nerven und vor allem Geld, sagt Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG Dortmund. Besonders Geringverdiener seien von hohen Sprit- und Fahrtkosten betroffen.
Die Gewerkschaft fordert deshalb ein einheitliches Mobilitätsgeld von 17 Cent pro Kilometer, das unabhängig vom Einkommen gezahlt oder über den monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden soll. Bis dahin müssten auch die Betriebe stärker Verantwortung für die Fahrtkosten ihrer Beschäftigten übernehmen, fordert Gebehart. Dazu könnten Zuschüsse zum Deutschland-Ticket, Wegegeld oder vergünstigtes Laden von E-Autos auf dem Firmengelände gehören.
Kritik übt die NGG zudem an den Preisen der Deutschen Bahn. Ohne Bahncard oder günstigen Sparpreis könne eine Zugfahrt insbesondere im Fernverkehr für Beschäftigte mit niedrigem Einkommen kaum bezahlbar sein. „Für eine Stunde Zugfahrt vier Stunden arbeiten“ – so beschreibt Gebehart die Belastung für Mindestlohnverdiener und kündigt an, Mobilitätskosten künftig stärker zum Thema in Tarifverhandlungen zu machen.





