Neuauflage der Dokumentation zum KZ-Außenlager Buchenwald

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Foto: KuWeBe

Von April 1944 bis Januar 1945 existierte in Schwerte-Ost am Ort des ehemaligen Reichbahnausbesserungswerkes (RAW) ein Außenlager des KZ Buchenwald. In diesem Lager, das sich auf einem separierten Teil des Geländes befand und mit Stacheldraht umzäunt war, lebten bis Ende Januar 1945 gleichzeitig bis zu 700 KZ-Häftlinge, die im RAW zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden.

Insgesamt wurden zwischen 1939 und 1945 mehr als 13 Millionen ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zur Arbeit in Deutschland gezwungen. Ihr Arbeitseinsatz stellt den umfangreichsten Fall von Sklaverei in der neueren Geschichte dar. Die höchste Zahl der gleichzeitig im Deutschen Reich beschäftigen ausländischen Arbeitskräfte lässt sich auf der Höhe der Rüstungsproduktion zur Jahresmitte 1944 mit insgesamt rund 7,6 Millionen Ausländerinnen und Ausländern beziffern. Durchschnittlich war zu diesem Zeitpunkt jeder vierte Beschäftigte ein Zwangsarbeiter. Exakt in diese Phase fällt auch die Überstellung der Häftlinge aus Buchenwald nach Schwerte.

Noch Anfang der 1980er Jahre ist die Existenz eines Außenlagers des KZ Buchenwald am RAW lediglich nur als „vage Möglichkeit“ angeführt worden. Auf Betreiben des Kulturamtes begab man sich in den Folgejahren auf Spurensuche und 1989 konnte eine erste Dokumentation zu der Geschichte des Lagers, die vor dem Hintergrund der zu dem Zeitpunkt spärlich vorhandenen Quellen bereits wesentliche Ergebnisse vorgelegt hat, veröffentlicht werden. Diese längst vergriffene Studie sollte schon vor Jahren neu aufgelegt werden. 2019 konnte dann dankenswerterweise die lokale Sparkasse als Finanziererin gewonnen werden.

Dr. Andrea Niewerth. Foto: KuWeBe

Nunmehr liegt eine von Dr. Andrea Niewerth, Historikerin und Fachfrau für die Themenbereiche NS-Verfolgung und NS-Zwangsarbeit, komplett überarbeitete Neufassung vor, welche die Forschung der letzten 30 Jahre sowie die seither zur Verfügung stehenden Quellen bündelt. Niewerth gliedert ihr Buch in zwei Teile: Teil I ist als wissenschaftlich-theoretische Einführung konzipiert. Hier werden die Gründung und Bedeutung des Werkes beschrieben und die Mechanismen der Anforderung und Zuweisung von KZ-Häftlingen und deren Unterbringung in ein dichtes, das gesamte Reichsgebiet überziehendes Außenlagersystem erläutert. Eingehend beschäftigt sie sich mit dem Arbeitseinsatz und der Unterbringung der Häftlinge in Schwerte. Ein Blick auf die Entschädigung der in Deutschland zur Arbeit Gezwungenen rundet die Dokumentation im ersten Teil ab. Teil II stellt die entsprechende, umfangreiche Dokumentensammlung dar, die der Übersichtlichkeit halber separat zusammengefasst wurde.

Damit den Lesern die unabdingbar notwendigen Hinweise auf die 1989 erschienene Dokumentation zur Verfügung stehen, wurde diese digitalisiert und kann sowohl über den entsprechenden Link sowie mithilfe eines QR-Codes abgerufen werden. Somit kauft man quasi ein 2in1-Buch! 

Das übersichtliche und sehr anschauliche, 96seitige Buch ist in den Schwerter Buchhandlungen Bücher Bachmann und Ruhrtal-Buchhandlung zum Preis von 18,90 € erhältlich.

PM: KuWeBe

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