Leserbrief zum Forum Innenstadt

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Christian Vöcks & Michael Kersting. Bild aus Livestream


Leserbrief von Gernot Folkers

Das Forum Innenstadt war vom Format in Pandemiezeiten her gelungen: gestreamte Vorträge und die Möglichkeit, schriftlich Fragen einzureichen, die auch größtenteils behandelt wurden. So könnte Bürgerbeteiligung während Corona aussehen, z. B. wenn es um den Marktplatz geht. 

Inhaltlich waren für mich zwei Dinge bemerkenswert. 

Beim Thema Autoverkehr war für den Leiter Stadtmarketing und für den vortragenden Professor, Stadtplaner Othengrafen, klar, dass die Innenstadt der Zukunft vor allem Platz für Fußgänger, für angenehmen Aufenthalt, für Begegnung und Erlebnis braucht. Also freien Platz, der nicht vom Auto belegt ist. (Gegenwärtig ist selbst im Innenstadtbereich mehr Fläche für Auto als für Fußgänger da.) Anders sah das leider der Planungsdezernent Vöcks. Hier zeichnet sich eine Konfliktlinie für die nächste Zeit ab. 

Zweitens scheint Vöcks sehr stark von oben nach unten zu planen. Erst einmal ein Büro beauftragen, einen Plan zu machen, dann kann man die BürgerInnen hinterher vielleicht auch mal befragen. Man sah das z. B. daran, dass er ein Büro für ein Begrünungskonzept Innenstadt beauftragen will. Umgekehrt muss es in einer Mitmach-Stadt sein. Den BürgerInnen zutrauen, gute Ideen zu haben und einzubringen, die dann im Einzelfall sicherlich planerisch bearbeitet werden müssen. Ist erst der Plan da, können die BürgerInnenallenfalls scheibchenweise was daran ändern. Man sieht das beim Vorgehen zum Marktplatz. Also: mehr Mut, das Etikett „Mitmach-Stadt“ wirklich mit Leben zu füllen.

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