Emanzipatorische Arbeit für Frauen und Mädchen mit internationaler Geschichte 

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Foto: Stadt Schwerte

Im Rathaus der Stadt Bergkamen tagte die Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten zusammen mit der Koordinatorin des Netzwerkes „Wegen der Ehre“ gegen Zwangsheirat und Gewalt in der Familie im Kreis Unna. Mit Sevgi Kahraman-Brust, ihres Zeichens engagierte Macherin in der emanzipatorischen  Mädchen- und Frauenpolitik beim Kommunalen Integrationszentrum im Kreis Unna (KI), wurden Pläne für die zukünftige inhaltliche Arbeit und gemeinsame Veranstaltungen geschmiedet. Unisono haben die Gleichstellungsbeauftragten ein großes Interesse und Zusammenarbeit in der interkulturellen Frauenarbeit bestätigt. Gesetzte Ziele sind die Überwindung der Geschlechterklischees in einer kulturkritischen Herangehensweise, Empowerment und Partizipation von Frauen und Mädchen mit internationaler Geschichte.

Das Netzwerk, dem alle Gleichstellungsbüros im Kreis Unna angehören, hat sich die Aufklärung, Prävention und Unterstützung von Berufsgruppen und Engagierten wie Jugendämter, Polizei und Pädagog*innen und die, die mit diesem Thema in Kontakt kommen, zur Aufgabe gemacht. „Die Gewalt gegen junge Mädchen und Frauen darf nicht verschwiegen, und allen Mädchen und Frauen muss das Menschenrecht auf freie Partner*innenwahl zu teil werden“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte, Birgit Wippermann. Hier liegt die Motivation aller begründet, sich in der gezielten Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit zu engagieren. „Schule ist für Mädchen und junge Frauen häufig der einzige Ort, wo sie von Lehrkräften und Schulsozialarbeiter*innen in einer Notsituation angesprochen werden können und diese um Hilfe bitten können. Und deshalb brauchen sie Kompetenzen und Professionalisierung“, ergänzt Sevgi Kahraman-Brust vom KI Kreis Unna.

In Kooperation dem Multikulturellen Forum e.V., Mädchenhaus Bielefeld, AGISRA e. V. Köln, Hennamond e. V. führt das Netzwerk Information und Fortbildungs-Veranstaltungen durch. Aktuell zeigte sich das Netzwerk besorgt im Zusammenhang mit einem befürchteten Anstieg von Frühehen und Zwangsverheiratungen aufgrund der Corona-Pandemie. Die Recherchen des TERRE DES FEMMES gehen davon aus, „dass immer noch die Ferien und Urlaubszeiten in den Heimatländern genutzt werden, um minderjährige Töchter gegen ihren Willen zu verheiraten. Umso wichtiger ist es, dass Präventionsarbeit an Schulen geleistet und über das Thema und Hilfsmöglichkeiten, insbesondere direkt vor den Sommerferien, gesprochen wird.“, erklärt Sevgi Kahraman-Brust die Koordinatorin des Netzwerkes im Kreis Unna. Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Unna ist seit 2007 kreisweit Ansprechpartnerin und Koordinierungsstelle des Netzwerks „Wegen der Ehre“ gegen Zwangsverheiratung und Gewalt in der Familie. Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte Birgit Wippermann ist im Netzwerk engagiert und arbeitet aktiv mit.

Just im Jahr 2023, wenn Sevgi Kahraman-Brust in den Ruhestand geht, hat das Netzwerk sein 15jähriges Bestehen. Hier hofft die Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Unna auf ein nachhaltiges Fortbestehen der emanzipatorischen Frauen- und Mädchenarbeit beim Kommunalen Integrationszentrum.

PM: Stadt Schwerte

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