Corona-Idee endete als Youtube-Projekt – Die Band, die sich nicht kennt…

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Bild: Projekt WIR

Nur echt mit Doppelpunkt und Ausrufezeichen: „Das Projekt: WIR!“ ist viel zu schade, um in Namensstreitigkeiten zerrieben zu werden, deshalb muss penibel auf die Schreibweise geachtet werden. Es ist einzigartig, kaum wiederholbar. Und vermutlich eine der besten Ideen, die der Schwerter Musiker Marcus Marks abgesehen vom Heiratsantrag an seine Frau je gehabt hat. Ein kurioses, aber höchst erfolgreiches Produkt der Corona-Pandemie. Ein Mutmacher-Song, den diese Pandemie dringend gebraucht hat.

Und das kam so: Marks war ab März 2020 wie viele Musiker aufgrund des neuen Virus‘ von allen Auftritts- und Probe-Möglichkeiten brachial abgeschnitten. Via Internet mit anderen musizieren, das war nur ein Zeitvertreib. Das machten damals und auch heute noch viele Gruppen, Chöre, Bands und ganze Orchester. Man teilt sich jeweils zuhause den Bildschirm und los ging’s. Wie es geht, weiß ja jeder Beteiligte.

Marcus Marks, von Haus aus Bassist, aber auch im Leute-zusammen-trommeln geschult, rief einfach mal ins blaue Internet hinein nach Menschen, die wie er Bock auf Rock und jede Menge Zeit hatten. Sich aber nicht kannten und auch niemals alle zusammen Musik gemachtoder gesungen hatten. Und sich bis heute noch nicht wirklich alle über den Weg gelaufen sind.

„Einer fängt an, spielt ein paar Akkorde, nimmt das auf, schickt es an den nächsten, und so weiter“, das Projekt nahm verhältnismäßig schnell Fahrt auf. Marcus Marks startete tatsächlich mit ein paar Akkorden, dann rollte der Schneeball systematisch weiter von einer zum anderen. Denn es sprangen tatsächlich sofort ein paar Musiker auf die Idee an. Herdecke, Ennepetal, Dortmund – man hätte sich auch einfach in einem Studio treffen können. Ging aber nicht.

Marks: „Pascal, Sarah, Holger, Frank, Tobi und André haben zuhause ihren Part dazu gespielt oder gesungen, aufgenommen und weitergemailt“. Der Kreis schloss sich wieder im Heimstudio von Marcus Marks in Villigst.

Dort mussten die Beiträge am Ende noch gemischt werden, der Song bekam Format. Und einen Namen: „Weil du das Beste bist!“ Aus den mitgereisten Video-Schnipseln wurde ein formidables Youtube-Stück gedrechselt, Zuschauern wird gleich klar, wie dieser Hase gelaufen ist. Im Zickzack…

Die Beteiligten, die sich noch immer nicht in den Armen gelegen haben und ihren Erfolg immer noch nicht gemeinsam feiern durften: der Sozialarbeiter und Bassist Marcus Marks in Schwerte (45), die Automobilkauffrau in spe und Sängerin Sarah Pleuger (21) in Ennepetal, der Sport- und Biologielehrer Holger Auer (50) in Dortmund als Komponist und Texter, der Ennepetaler Veranstaltungstechniker und Drummer Pascal Chodak, der Herdecker Versicherungskaufmann André Lindenau (43) an den Keyboards, Vertriebsleiter Frank Hoffmann aus Schwerte (58) an den Gitarren und der Dortmunder Orthopädietechniker Tobias Bremshey (36), ebenfalls an den Gitarren.

Zu erleben ist das ungewöhnlich entstandene Stück hier:

Ob und wenn wie es mit dem „Projekt: WIR!“ weitergeht, das weiß vermutlich nur der Covid19-Virus…

Text: Martin Krehl

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