Dienstag, Juli 28, 2026
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24-Stunden-Warnstreik bei Intersnack in Schwerte: Produktion von Flips und Ültje-Erdnüssen steht still

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Im Intersnack-Werk in Schwerte werden am Mittwoch die Produktionsbänder stillstehen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Dortmund hat die Beschäftigten des Standorts zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen ist damit eines der größten Werke des Unternehmens, in dem unter anderem Flips, Nüsse und die bekannten ültje-Erdnüsse produziert werden. Nach Angaben der Gewerkschaft ist mit erheblichen Produktionsausfällen zu rechnen.

Der Warnstreik beginnt am Mittwochmorgen um 6 Uhr und soll bis Donnerstagmorgen andauern. Begleitet wird die Arbeitsniederlegung von einer Protestkundgebung vor dem Werk. Die NGG rechnet mit einer breiten Beteiligung der Beschäftigten und will damit den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen deutlich erhöhen.

„Die Beschäftigten der Süßwarenindustrie bei Intersnack in Schwerte werden dann mit einem stinksauren Protest ihrem Ärger über die Arbeitgeber Luft machen“, erklärt Samir Boudih von der NGG Dortmund. Aus Sicht der Gewerkschaft hätten die Arbeitgeber bislang kein akzeptables Angebot vorgelegt und würden die Verhandlungen seit Wochen blockieren.

Nach Angaben der NGG werden während des Warnstreiks sämtliche Produktionslinien im Werk stillstehen. „Bei Intersnack stehen die Produktionsbänder am Mittwoch still. Es werden keine Nüsse, keine Flips und keine ültje-Erdnüsse mehr vom Band laufen“, kündigt Boudih an. Das Schwerter Werk beschäftigt knapp 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zählt zu den bedeutenden Produktionsstandorten der Süßwarenbranche in Nordrhein-Westfalen.

Auslöser des Arbeitskampfes ist die aus Sicht der Gewerkschaft unzureichende Lohnofferte der Arbeitgeber. Diese hatten zuletzt eine Entgelterhöhung von zwei Prozent sowie eine einmalige Zahlung in Höhe von 156 Euro angeboten. Für die NGG ist dieses Angebot völlig unzureichend.

„Das ist kein Angebot. Das ist eine Farce. Denn das, was die Arbeitgeber bislang auf den Tisch gelegt haben, frisst schon die Inflation auf“, kritisiert Samir Boudih. Die Arbeitgeber wollten den Beschäftigten damit eine „Portion Saures“ servieren, obwohl diese täglich für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen sorgten.

Die Gewerkschaft hält deshalb unverändert an ihren Forderungen fest. Sie verlangt eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent, mindestens jedoch 230 Euro mehr pro Monat, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Nach dem Scheitern der inzwischen dritten Tarifrunde sieht die NGG nun Warnstreiks als notwendiges Mittel, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

Der Tarifkonflikt betrifft nicht nur den Standort Schwerte. Insgesamt geht es in Nordrhein-Westfalen um die Einkommen von rund 17.000 Beschäftigten der Süßwarenindustrie. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen der NGG und dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) ist für den 13. August angesetzt.

Die Gewerkschaft verbindet mit diesem Termin klare Erwartungen. „Es ist höchste Zeit, dass die Arbeitgeber ein brauchbares Angebot machen“, betont Boudih. Sollte auch die nächste Gesprächsrunde ohne spürbare Annäherung enden, kündigt die NGG eine Ausweitung der Warnstreiks in der gesamten nordrhein-westfälischen Süßwarenindustrie an.

Die Botschaft der Gewerkschaft an die Arbeitgeber fällt entsprechend deutlich aus: „Wenn die Arbeitgeber wollen, dass es wehtut, dann wird es wehtun. Und zwar so richtig.“

Mit dem 24-stündigen Ausstand setzt die Belegschaft in Schwerte nun ein sichtbares Zeichen im laufenden Tarifstreit. Ob der Arbeitskampf Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringt, dürfte sich spätestens Mitte August zeigen. Bis dahin bleiben die Fronten zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern verhärtet.

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