Wider das Vergessen: Erinnerungen an die Reichspogromnacht 

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Bürgermeister Dimitrios Axourgos begrüßte die Besucher*innen, die sich zum Gedenken an die Reichspogromnacht in der Großen Marktstraße versammelt hatten. Foto: Stadt Schwerte / Ingo Rous

In der Nacht auf den 10. November 1938 brannten in Deutsch-land Synagogen und jüdische Geschäfte. In Erinnerung an die Reichspogromnacht gingen auch in Schwerte am Mittwoch zahlreiche Menschen auf die Straße und versammelten sich zur Mahn- und Gedenkfeier in der Großen Marktstraße vor dem Platz, an dem auch einst in Schwerte eine Synagoge stand.

Auch wenn einer der schwärzesten Tage in der deutschen Geschichte schon 84 Jahre her ist, erforderten die Geschehnisse damals eine aktive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sagte Bürgermeister Dimitrios Axourgos in seinem Grußwort. „Nur die Erinnerung und die damit verbundenen Mahnungen führen zur Wachsamkeit gegenüber antisemitischen und rassistischen Tendenzen. Wir müssen uns erinnern, um allen Anfängen zu wehren. Das ist leider notwendiger denn je in einer Zeit, in der Hassausbrüche gegenüber Menschen anderer Religionen salonfähig zu werden drohen. Das müssen wir alle mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern. Jüdisches Leben war und ist ein Teil Deutschlands. Das zu zeigen ist ein große, nationale Aufgabe.“

Das Stadtoberhaupt dankte Pfarrer Fritz-Günter Held, der an die Judenverfolgung in Schwerte erinnerte, sowie der Schwerter Friedensinitiative, Pax Christi, dem Schwerter Bündnis gegen Rechts und den Mitarbeiter*innen aus dem Kultur- und Weiterbildungsbetrieb der Stadt Schwerte als Träger*innen der Erinnerungskultur für ihr Engagement. „Eine Erinnerungskultur ist unerlässlich, Mahnungen ebenso. Das Gedenken muss seinen Stellenwert behalten. Heute wie auch in 84 Jahren“, sagte Dimitrios Axourgos unter dem Beifall von mehr als 100 Menschen.

Zu den Gästen der Mahn- du Gedenkfeier gehörte auch Tekin Kalayci von der Moscheegemeinde, der es als eine Pflicht des Islam ansah, sich gegen rechte Tendenzen zur Wehr zu setzen. Das Gedenken mit Ansprache und Namenslesung übernahmen Fritz-Günter und Margret Held. Die Theatergruppe Gegenwind war mit Spielszenen und Texten vertreten, jiddische Lieder sang stimmungsvoll der Chor von Studio 7. Es wurde zudem ein Rückblick auf die Guide-Arbeit während der Anne-Frank-Ausstellung geworfen. Musikalisch führte Wakako Yamanaga durch das Programm.

PM: Stadt Schwerte


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