Montag, April 27, 2026
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Wenn das „Heilige“ schmerzt und der Minirock zur Ausrede wird: Warum wir über Gewalt gegen Frauen sprechen müssen

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Sigrid Reihs. Foto: Ruhrblick

Von Meike-Corina Kühne-Schmithausen

„Du trägst einen sexy Minirock…“ – Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört? Als wäre die Wahl unserer Kleidung eine Einladung. Doch lassen wir eines ein für alle Mal klarstellen: STOPP und NEIN. Es liegt niemals an der Kleidung. Es liegt an einem Denken, das die Verantwortung vom Täter auf die Frau schiebt.

Dieses Denken ist tief in unserer Geschichte verwurzelt, und genau da setzt die Wanderausstellung „Stoppt Gewalt gegen Frauen“ an, die ab dem 03. Mai 2026 im SPD-Ladenlokal „Freundschaft“ zu Gast ist.

Ein Blick in die Abgründe – auch in der Bibel

Es ist ein Thema, das viele erst einmal schlucken lässt: Was hat die Bibel mit Gewalt gegen Frauen zu tun? Wenn wir ehrlich hinschauen, begegnen uns in den alten Texten nicht nur Trost, sondern auch erschütternde Geschichten von Vergewaltigung, Totschlag und der Steinigung von Frauen. Es sind Erzählungen, die über Jahrhunderte ein Rollenbild zementiert haben, in dem Frauen oft schutzlos waren. Die Ausstellung wagt diesen mutigen Blick auf die religiösen Wurzeln von Gewalt, um zu verstehen, warum sich manche Denkmuster so hartnäckig halten.

Gewalt ist kein fernes Problem

Hinter den Schlagworten „Gewalt gegen Frauen“ verbergen sich Schicksale, die oft direkt nebenan stattfinden. Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die polizeilichen Statistiken sprechen eine deutliche Sprache:

• Jede dritte Frau in Deutschland erlebt Gewalt – oft dort, wo sie sich am sichersten fühlen sollte: im eigenen Zuhause.

• Alle drei Tage wird in unserem Land eine Frau getötet, weil sie eine Frau ist. Ein Femizid ist kein „Beziehungsdrama“, es ist ein Verbrechen.

• 143.000 erfasste Opfer allein im Jahr 2022 zeigen: Gewalt ist trauriger Alltag.

Ein Ort für Aufklärung und Hoffnung

Trotz der schweren Kost möchte die Ausstellung im Ladenlokal „Freundschaft“ vor allem eines: Aufklären und ein starkes „NEIN HEISST NEIN“ in die Welt tragen. Es geht darum, hinzusehen statt wegzuschauen. Mit Kunstinstallationen, bewegenden Texten und fundiertem Informationsmaterial wird das Thema aus dem Schatten geholt.

Und weil dieses Thema uns alle angeht, wird die Ausstellung bald noch wachsen: Die SPD Frauen AG bereitet bereits eine Erweiterung vor, um noch mehr Raum für Austausch und Aufklärung zu schaffen.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen. Gegen das Schweigen, gegen die alten Geschichten und für eine Zukunft, in der jede Frau ohne Angst sie selbst sein kann – egal, was sie trägt.

Kommt vorbei ab dem 03. Mai im Ladenlokal „Freundschaft“.

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