Von Majas Freundinnen und Wasserjungfern – Digitaler Vortrag der vhs begeisterte zum Frühlingsanfang

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Foto: KuWeBe

Ein interessanter und kurzweiliger Vortrag zum Thema Artenvielfalt im eigenen Garten fand am vergangenen Samstag digital statt. Gut 20 Personen hatten sich dafür angemeldet. Atemberaubende Nahaufnahmen von Insekten auf bunten Blüten und kurze Filmsequenzen mit Musik machten Lust auf den Frühlingsanfang. Entstanden sind sie im „NABU Insektengarten“ in der Dortmunder Nordstadt. Dort pflegen die aktiven Mitglieder des Naturschutzbundes Deutschland, Klaus-Dieter Lemm und Brigitte Bornmann-Lemm, einen 382 Quadratmeter großen Schrebergarten und treten den Beweis an, dass sich insektenfreundliches Gärtnern lohnt. Sie haben in ihrem Gartenreich 200 verschiedene Insektenarten bestimmt; eine beachtliche Menge angesichts des alarmierendenInsektenrückgangs. 

So fanden sich von acht Hummelarten die in Dortmund nachgewiesen sind, sechs bei den Lemms ein. Sie sind besonders wichtige Bestäuberinnen und übrigens die einzigen Insekten, die Tomaten effektiv bestäuben können. Circa 550 verschiedene Wildbienenarten gibt es inDeutschland, dazu zählen auch die Hummeln. Weil die meisten Wildbienen solitär leben, brauchen „Majas Schwestern“ Nisthilfen. Eine leere Konservendose mit hohlen Pflanzenstängeln an einem sonnigen, geschützten Ort oder verschieden große Löcher in Holzstücken sind sehr willkommen. Ein Tipp: die Niströhren nie reinigen. 

Die Larven vieler Insekten benötigen außerdem auch Futterpflanzen. In einer Ecke in der Brennnesseln wachsen dürfen, deckt man so den Tisch für über 20 Schmetterlingsarten. Manche Insekten sind sogar auf eine ganz bestimmte Pflanze angewiesen. Schließlich sind auch mit Wasser gefüllte Gefäße wichtig: „Schon mit kleinen Wasserschalen lässt sich Hilfe leisten“, so Lemm. Gerade in heißen und trockenen Sommern freuen sich darüber auch viele Vögel.

„Insektenfreundlich gärtnern ist aktiver Naturschutz“, wird Herr Lemm nicht müde zu betonen. Selbst im Hinterhof, auf dem Balkon oder im Vorgarten lassen sich dafür einfache Maßnahmen ergreifen. Dass Thuja-Hecken, englischer Rasen und Steinwüsten das genaue Gegenteil darstellen, liegt auf der Hand. Wer die Vogel- und Insektenwelt fördern will, sollte also für „Wasser, Nahrung und Wohnung“ sorgen, Vielfalt anbieten und auf Gift verzichten. Wer zum Beispiel die Larven von Schwebfliegen beherbergt, hat kaum ein Problem mit Blattläusen. Und wussten Sie z. B. dass Erbsenblüten hervorragende Nektarlieferanten sind?

Nach zwei informativen Stunden war die Lust auf das neue Gartenjahr definitiv geweckt. Sogar das Johanni-Rezept ihres Kräuterschnapses teilten die Lemms. Zu den offenen Gartentagen können sich Interessierte selbst ein Bild machen, an einer Führung durch den Garten teilnehmen und wertvollen Rat erhalten. Termine gibt es auf der Homepage: www.nabu-dortmund.de.

Die nächste vhs-Veranstaltung in der Reihe „Mein Garten“ ist am 24.04. als Exkursion zueinem Schwerter Imker geplant (Kurs 1503, vorbehaltlich der aktuellen Pandemiebestimmungen). Am 19. Juni hält Herr Lemm dann einen digitalen Vortrag über das Insektensterben (Kurs 1504). Weitere Informationen und Anmeldung unter www.vhs-schwerte.de.

Die Reihe „Mein Garten: Oase für Pflanzen und Tiere in Zeiten der Klimakrise“ findet in Kooperation mit der Initiative „Schwerte pflanzt“ statt und wird im Herbst fortgesetzt. Dann voraussichtlich mit den Themen essbare Stadt, Vogelschwund und einer Saatguttauschbörse.

PM: KuWeBe

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