Umstrittener Leuchtturm am großen Feld – Theodor-Fleitmann-Gesamtschule soll Neubau bekommen

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Archivbild

Für die einen ist es ein ökologisches und pädagogisches Leuchtturmprojekt, für die anderen die Zerströrung eines Naherholungsgebietes: Im Rathaus reifen in Politik und Verwaltung Neubaupläne für die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule, und zwar auf den Wiesen gegenüber der Flüchtlingsunterkunft am Großen Feld in Holzen. Entschieden ist aber noch gar nichts.

Auf eine ausgiebige „Bauphase Null“ im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der zweiten Schwerter Gesamtschule haben sich die Mitglieder des Schulausschuses jetzt verständigt. Bau- und Planungsdezernent Christian Vöcks hatte zuvor die detaillierten Wirtschaftlichkeitsberechnungen externer Gutachter vorgestellt. Danach würde die Sanierung der Schulgebäude plus mehrerer Neubauten am Standort Holzener Weg mindestens 35 Millionen Euro kosten. Ein kompletter Neubau am jetzigen Standort mit Auslagerung der Schule in Container und Ausweichstandorte würde mit 56 Euro zu Buche schagen. Ein vollständiger Neubau auf einer grünen Wiese soll etwa 53 Mio. Euro kosten.

Sanierung und Neubau bei laufendem Schulbetrieb – sicher die billigste, aber auch die für alle Fraktionen und die Verwaltung am wenigsten vorstellbare Variante. Drei oder vier Jahre in einer Baustelle zu unterrichten, das ist unzumutbar.

Am Großen Feld in Holzen kann ein auf lange Sicht passender Neubau für die Fleitmann-Gesamtschule errichtet werden. Platz gibt es da genug, die Eigentümer sind verkaufsbereit.

Bleibt die „grüne Wiese“, und die soll auf Vorschlag eines Planungsbüros in Holzen an der Straße Zum großen Feld liegen. Platz satt, und man könne – so Dezernent Vöcks – „in Ruhe einen tollen Neubau entwerfen und realisieren, in die eine moderne Schule passt und die sich dem Stadtteil Holzen öffnet“. Nach ersten Erkundungen der Stadt sollen alle Grundeigentümer der Wiesen dort verkaufsbereit sein.

Die Fraktion der Bündnisgrünen sorgte sich um die verkehrliche Anbundung, die am Holzener Weg in Bahnhofsnähe unbestritten ideal sei. Es müsse eine neue Buslinie über den Rosenweg geben, so die Antwort der Verwaltung, und eine Stichstraße zur Wannebachstraße, über die der Hauptverkehr laufen soll. Im Übrigen erwarten die Bündisgrünen eine ökologisch hochwertige und ausgereifte Schule.

Die SPD hatte eigens den ehemaligen Leiter der ersten Hagener Gesamtschule in Helfe, Werner Kerski, eingeladen, der Sprecher eines Verbandes ist, der sich mit gemeinsamem Lernen in Gesamtschulen befasst. Dieser warb vehement dafür, sich vor allem eine ausgiebige Phase Null in der Planung zu gönnen, in der die Bedürfnisse der Schule und Aspekte moderner Pädagogik die Raumkonzepte bestimmen sollen.

Dezernent Christian Vöcks möchte noch in diesem Jahr mit dem nötigen Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren beginnen, dem sich eine Bebauungsplanänderungs-Phase anschließt. In beiden Verfahren ist eine Beteiligung der betroffenen Bürger vorgesehen. Von 2023 bis 2025 könnte die konkrete Bauphase dauern.

Eva Brinkhoff als Leiterin der Schule erhofft sich durch einen kompletten Neubau auch einen gehörigen Schub für die Identitätsfindung der Schule: Bisher werde die Schule oft als Haupt- oder Realschule identifiziert. Eine fünfzügige Gesamtschule mit über 1000 Schülerinnen und Schüler brauche heute ein völlig neues Raumkonzept.

Die Holzener SPD-Ratsfrau Reinhild Hofmann hat inzwischen die Mitglieder der Holzener Sozialraumkonferenz über die Bau-Ideen der Stadt informiert und über erste kritische Reaktionen aus der Anwohnerschaft berichtet.

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