Dienstag, April 28, 2026
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Schwerter Geschichte(n)

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Foto: Heimatverein Reichshof Westhofen

„Schwerter Geschichte(n)“ ist der Titel des Buches, das der Schwerter Journalist und Historiker Alfred Hintz am 25. März um 17 Uhr im „Freiraum Westhofen“, Reichshofstraße 66 vorstellt und aus dem er auszugsweise lesen wird. Mit historisch fundierten, unterhaltsamen Lesegeschichten spannt er einen Bogen über die letzten 200 Jahre lokaler und regionaler Geschichte, erzählt in lockerer Form von Fürsorge, Emanzipation, Widerstand und Wiederaufbau, Inflation, Krieg und Vertreibung.

Die Darstellung der französischen Ruhrgebietsbesetzung 1923, als die Franzosen den Westhofener Amtmann als Geisel nahmen und die Trikolore über der Hohensyburg wehte, dürfte auf besonderes Interesse stoßen. Westhofen war durch Spanische Reiter, durch die Blockierung der Zu- und Ausfahrten sowie durch Sperrung des gesamten Zugverkehrs in eine Festung verwandelt worden. Selbst die während der seinerzeit grassierenden Typhusepidemie Erkrankten wurde das Verlassen der „Alten Freiheit“ zwecks Behandlung in der Nachbarstadt nicht erlaubt.

Die Ruhrgebietsbesetzung zwischen Rhein, Ruhr und Lippe, der sog. Ruhrkampf, erregte weltweit Aufmerksamkeit. So war z. B. der spätere Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway als junger Mann am Brennpunkt des Geschehens und berichtete aus Essen in einer Reportage für den „Toronto Star“ über die Ereignisse.

Die Geschichte der Westhofener Juden wird exemplarisch dargestellt am Schicksal der Manufakturhändlerin Minna Marcus. Sie wohnte in einem geerbten Fachwerkhäuschen an der damaligen Bahnhofstraße und wurde von den Nazis im Februar 1942 aufgefordert, ihr Haus – mitten im Winter – innerhalb nur einer einzigen Woche zu räumen. Minna Marcus verfasste einen bewegenden Brief an den NS-Bürgermeister. Sie gehe nicht gerne aus Deutschland weg, „aber ich bemühe mich, weil das Gesetz es verlangt“, schrieb sie u. a. Briefe und Fotos von Minna Marcus wurden dem Verfasser von dem zwischenzeitlich verstorbenen Immobilienmakler Helmut Giesberg, ihrem Neffen, zur Verfügung gestellt.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs liegt jetzt etwa drei Generationen zurück. Und rund 80 Jahre nach seinem Ende wird die Bevölkerung erneut auf einen Krieg vorbereitet. Aktuell ist die Verlegung einer Bundeswehrbrigade an die Ostflanke der Nato geplant. 1942 erschütterten zwei Briefe von der Ostfront ganz Westhofen, zwei Dokumente, wenige düstere Zeilen an eine Mutter, die die Absurdität und Sinnlosigkeit des Krieges wie in einem Brennglas zeigen.

Die Veranstaltung wird organsiert vom Heimatverein Reichshof Westhofen e.V. und der Eintritt ist kostenlos!

PM: Heimatverein Reichshof Westhofen e.V.

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