Von Meike-Corina Kühne-Schmithausen
Ein Sonntag im Mai, die Temperaturen spielten mit, und sogar der Himmel hielt (entgegen mancher Prognose) dicht. Eigentlich die perfekte Kulisse für den Dreiklang aus Auto- und Drahteselmarkt, Maikirmes und dem verkaufsoffenen Sonntag. Doch wer gestern durch die City schlenderte, rieb sich verwundert die Augen: Wo war das gewohnte Gedränge?
Ein Flickenteppich der Ladenöffnungen
Es ist das ewige Schwerter Leidwesen: Man bummelt durch die Fußgängerzone, will stöbern, tritt vor eine Tür – und steht vor verschlossenen Riegeln. Ein Geschäft hat offen, das nächste zu. Dieser Flickenteppich der Öffnungszeiten ist und bleibt ein absolutes No-Go.
Für den Kunden ist das frustrierend und alles andere als einladend. Wenn „verkaufsoffener Sonntag“ draufsteht, muss auch „geöffnet“ drin sein – und zwar flächendeckend. Solange sich die Werbegemeinschaft und die Einzelhändler hier nicht auf eine klare, gemeinsame Linie einigen, verliert der Standort an Glaubwürdigkeit.

Markt-Atmosphäre mit Lücken
Auch das gewohnte Treiben auf dem Markt, in der Fußgängerzone und rund um den Postplatz wirkte dieses Mal seltsam ausgedünnt. Die Stände wirkten vereinzelt, fast schon verloren in der Kulisse. Selbst der Automarkt, sonst ein Garant für Menschentrauben und Benzingespräche, blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Und die Maikirmes? Sie ist leider seit Jahren nur noch ein Schatten ihrer selbst. Es ist das klassische Henne-Ei-Problem: Ohne attraktives Angebot fehlt die Nachfrage, und ohne Nachfrage kommen keine attraktiven Schausteller mehr.

Zeit für ein Update?
Vielleicht ist es an der Zeit, dass Stadtmarketing und Werbegemeinschaft das verstaubte Konzept einmal kräftig durchschütteln. Schwerte braucht einen modernen Impuls, um solche Sonntage wieder zu echten Events zu machen.
Natürlich klingen mir dabei die Worte eines alten Kaufmanns in den Ohren:
„Die Hose, die ich am Sonntag verkaufe, verkaufe ich nicht mehr am Montag.“
Ein Argument, das in Zeiten des Online-Handels allerdings gefährlich hinkt. Denn die Hose, die der Kunde am Sonntag in Schwerte nicht findet, weil der Laden zu ist oder das Event ihn nicht in die Stadt lockt, die bestellt er am Sonntagabend per Klick auf dem Sofa.
Fazit: Der Wille war da, das Wetter auch – aber für die Zukunft braucht Schwerte mehr Einigkeit und ein frisches Konzept.






