Rodungsarbeiten im Vorfeld von Brückenneubau im Kreuz Westhofen

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Foto: Die Autobahn GmbH

60 Jahre rollt der Verkehr über das Bauwerk, das die A1 über die A45 führt. 60 Jahre, in denen der Verkehr in Menge und auch beim Gewicht stetig zugenommen hat – bis zu 120.000 Fahrzeuge sind es täglich, 20.000 davon LKW. „Die alte A1-Brücke hat mit diesen Belastungen keine Zukunft, wir müssen für eine leistungsfähige Autobahn neu bauen“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn Westfalen. Am Mittwoch beginnen die Vorarbeiten für einen sogenannten Ersatzneubau.

„Mit dem Neubau der A1-Brücke im Westhofener Kreuz machen wir einen erster Schritt hin zu einer größeren Leistungsfähigkeit dieses wichtigen Autobahnknotens“, sagt Dirk Stiepert, der als Leiter der Außenstelle Hagen mit seinem Team den Ersatzneubau plant und umsetzt. Für den Umbau des Kreuzes ist Ende 2020 die Planfeststellung eingeleitet worden. Die Brücke habe aber Vorrang. Weil sie auf eigenem Grund gebaut wird, ist kein Planfeststellungsverfahren notwendig. Um Platz für erste Vorarbeiten für den Neubau zu machen, müssen im Kreuz ab dieser Woche Bäume gefällt werden. Zunächst wird der Baugrund untersucht, um den Planern Grundlagen für ihre Arbeit zu geben.In allen vier so genannten Ohren des Kreuzes werden Flächen gerodet.

„Die Maßnahmen sind im Vorfeld mit den zuständigen Behörden abgestimmt“, sagt Christoph Geck, Landschaftspfleger bei der Autobahn Westfalen. Zudem werde die Rodung umweltfachlich begleitet. Ein besonderes Augenmerk hat die Autobahn Westfalen bei der Vorbereitung der Arbeiten auf geschützte Arten wie zum Beispiel Fledermäuse gelegt. Zwar wurden auf den vier Flächen auch in den dort vorhandenen Höhlen-Bäumen keine Fledertiere gefunden, dennoch hat die Autobahn GmbH Ersatz-Angeboten geschaffen. „27 Nistkästen für Fledermäuse hängen bereits in den angrenzenden Waldflächen“, so Geck. Als Ausgleichsmaßnahme für den Eingriff in die Natur für den Brückenbau am Westhofener Kreuz wird zudem eine Fichtenwald-Fläche in Schwerte-Villigst in ökologisch wertvollen Laubwald umgewandelt.

Bild: Die Autobahn GmbH

Bevor mit Rammsonden der Baugrund bis zu einer Tiefe von acht Metern untersucht werden kann, muss im künftigen Baufeld nach Kampfmitteln gesucht werden. „Wir wissen, dass wir etwas finden werden“, sagt Projektleiter Carsten Spreemann. So ist bekannt, dass im „Ohr D“ im zweiten Weltkrieg eine Flak positioniert war. Und Bombenkrater auf den Flächen zeugen von den Angriffen, die am Rande des Ruhrgebietes stattgefunden haben. Nach dem Fällkran rücken darum zunächst die Kampfmittelexperten an, um oberflächennah nach Munitionsresten zu suchen. „Erst danach können die Wurzeln gefräst werden“, so Spreemann. Den anschließen Rammsondierungen gehen dann Sondierungsbohrungen voraus, um auch für die tieferen Bodenschichten eine Kampfmittelfreiheit zu gewährleisten.

Gut 17.000 Quadratmeter Fläche werden in den kommenden Wochen in mehreren Arbeitsabschnitten gerodet. Nicht immer ist dies ohne Beeinträchtigung des Verkehrs möglich. „Die Bäume sind zum Teil sehr hoch und stehen nah an der Fahrbahn“, erklärt Christoph Geck. In der Regel muss die doppelte Baumlänge als Abstand zum Verkehr eingehalten werden. Und auch die eingesetzten Großgeräte erfordern vorgegebene Abstandflächen. „Dennoch wollen wir eine Vollsperrung an dieser wichtigen Strecke vermeiden“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek. „Ganz ohne Beeinträchtigung des Verkehrs wird es aber nicht gehen.“ Die Arbeiten werden an Wochenenden ausgeführt und durch den Einsatz eines 40-Tonnen-Fällkrans brauche man keine Vollsperrung. Doch auch dieses Gerät benötigt eine sichere Standfläche. Einzelne Spuren werden darum bei den Arbeiten im Randbereich der Flächen gesperrt werden müssen. Genaue Informationen über die Termine dieser Sperrungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Geplante Auftragsvergabe für die insgesamt vier Brücken, die die jeweils drei Fahrspuren pro Richtung und die je zwei Parallelfahrspuren im Kreuz aufnehmen, ist Ende 2022.

PM: Die Autobahn GmbH

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