„Rattenloch“ in Gefahr? Schule braucht Platz für Mensa-Küche – Bis 2026 muss eine Lösung für Kunterbunt e.V. her

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Foto: Kunterbunt

Das „Rattenloch“ ist in Gefahr, die Stadt will den Jugendkulturclub dicht machen und eine Küche für die Friedrich-Kayser-Schule dort einrichten. Der Trägerverein Kunterbunt muss so schnell wie möglich aus dem Schulkeller raus. Die Einen sagen so.

Die Anderen sagen so: „Dass die Stadtverwaltung dem Verein Kunterbunt die möglichst rasche Räumung des Rattenlochs in der Friedrich-Kayser-Schule nahegelegt hat, ist eine Fehlinformation. Aktuell gibt es keinen Ansatz, Kunterbunt zu kündigen. Ein Umzug steht nicht an, da auch keine passende Immobilie bekannt ist. Der zuständige Dezernent Tim Frommeyer hatte sich am 15. September 2021 mit Vertreter*innen des Vereins getroffen. In diesem Treffen, das dem Kennenlernen diente, wurde offen über mehrere Themen gesprochen. In diesem Zusammenhang hat Herr Frommeyer u.a. gemeinsam mit der Schulverwaltung über die zukünftige Realisierung des Rechtsanspruchs i.S. offener Ganztag ab 2026 informiert. Spätestens dann wird es eng auf dem Schulgelände. Tim Frommeyer: „Bis dahin müssen wir konstruktiv an einer gemeinsamen Lösung arbeiten.“

Die Einen, das sind aufgeschreckte Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Kunterbunt, der seit geschlagenen 33 Jahren mit dem „Rattenloch“ im ehemaligen Lehrschwimmbecken der Friedrich-Kayser-Schule an der Eintrachtstraße hinter der Sparkasse eine europaweit bekannte Institution in Sachen Punk, Hardcore und Metal-Musik betreibt. Die Anderen, das ist im Wesentlichen Stadt-Pressesprecher Ingo Rous.

Wer die wechselvolle, spannende und an bitteren und existenzgefährdenden Enttäuschungen reiche Geschichte des Vereins Kunterbunt im Internet liest, versteht die Auftregung der Jugendkultur-Leute. Anders herum kann die Stadt die Sachlage sicher zum jetzigen Zeitpunkt nicht anders darstellen, als sie ist – aktuell gibt es keine Kündigung des ordentlichen Mietvertrages, den der Verein seit Jahrzehnten mit der Stadt hat.

Dass aber 2026 alle Grundschulen eine Ganztagesbetreuung mit frisch selbst zubereitetem Mittagessen anbieten müssen, auch die Friedrich-Kayser-Schule, ist auch Fakt. Im Schulgebäude gibt es derzeit keinen Platz für eine Mensa-Küche – abgesehen vom alten Schwimmbad-Keller, dem Rattenloch eben.

Bis 2026 ist noch lange Zeit, sagen die Einen. Die Anderen wissen, dass es auch bis 2026 kaum gelingen kann in Schwerte einen adäquaten Ersatz für das inzwischen als Konzertstätte ausgebauten und etablierten Rattenlochs zu finden. Würde der alte Schwimmkeller tatsächlich als Mensa-Küche umgebaut, wäre das wohl das Ende des gemeinnützigen Vereins Kunterbunt. Das Ende einer sehr erfolgreichen, überregional anerkannten Kulturstätte, die abgesehen von den zur Verfügung gestellten städtischen Räumen keinerlei Zuschüsse in Anspruch nimmt. Der Rattenloch-Betrieb wird vom Trägerverein Kunterbunt komplett alleine gestemmt.

Vertreter aus der SPD- und der Grünen-Ratsfraktion tendierten in ersten Stellungnahmen am Montagabend dazu erstmal Alternativen für die Schulküche zu prüfen, bevor Altenativen für Kunterbunt diskutiert werden. Ins Gespräch wurde die immer noch vorhandene Realschul-Lehrküche im Rathaus am Stadtpark gebracht, die auch nur wenige Meter von der Friedrich-Kayser-Schule entfernt ist. Auch wenn der Erlebensfall erst 2026 eintreten würde, wollen die Kommunalpolitiker sofort mit der Diskussion um Kunterbunt und das Rattenloch beginnen.

Foto: Kunterbunt

Ungeachtet der plötzlichen Existenz-Sorgen leistet sich Kunterbunt e.V. zum 33jährigen Bestehen an Halloween (31. Oktober) ein Kracher-Konzert mit der britischen Punkrock-Band „Subhumans“. Die ist gerade auf Welttournee. Nach Auftritten in den USA und Neuseeland sind sie gerade in Rotterdam, Hamburg, Köln und – Schwerte an der Ruhr…

Text: Martin Krehl

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