Ohne Meldung unbekannt verzogen – Ausstellung eröffnet Reihe zu jüdischem Leben in Schwerte

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Bild: Schwerter Mitte

Wie ist es jüdischen Schwertern und Schwerterinnen vor und während der Nazi-Diktatur in unserer Stadt ergangen? Wie konnte das zuvor gute Zusammenleben an der Ruhr einen derart fatalen Riss bekommen? Wie sieht der Alltag eines Juden oder einer Jüdin heute aus? Diese Fragen stehen im Fokus einer Aktionsreihe „Rodef Schalom: Jage dem Frieden nach – Jüdisches Leben in Schwerte“, die gemeinsam von der Bürgerstiftung Schwerter Mitte und der Stadtkirchenarbeit St. Viktor in diesem Jahr aufgestellt wird. 

Start ist am Samstag, 17. April 2021, mit einer Ausstellung in den Fenstern der Zwischen-Mitte am Cava-Platz, Hüsingstraße 2a. Unter dem Titel „Ohne Meldung unbekannt verzogen“ hat der heimische Historiker und Journalist Alfred Hintz eine Zusammenstellung von Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen in Schwerte vor und während des Zweiten Weltkriegs recherchiert und dokumentiert. Mit Auskunft, Fotos und Tipps waren auch verschiedene Heimatvereine und Institutionen der Ruhrstadt unterstützend beteiligt. Die berührende Ausstellung ist vier Wochen lang per Freiluft-Besuch bis zum 15. Mai zu sehen.

Die weiteren Planungen der Reihe – teils unter Mitwirkung der jüdischen Gemeinden Dortmund und Unna – beinhalten Filmvorführungen, die Aktion „Von Stolperstein zu Stolperstein“ mit kulturellen Beiträgen von Schwerter Gruppen, Vorträge sowie Interviews mit jungen jüdischen Mitbürger:innen, die aus dem jüdischen Leben im Hier und Heute berichten. Am 3. September ist die Klezmer-Band Naschuwa zu Gast in Schwerte. 

Alfred Alexander war Berufsmusiker und begleitete 1918 bis 1927 die Filmvorführungen im Lichtspieltheater “Zur Reichskrone” gegenüber der Post in Schwerte. Nach Gefängnis- und KZ-Aufenthalt kam er in ein Arbeitslager, aus dem ihm Ende März 1945 die Flucht gelang. Er überlebte als einer der wenigen den Holocaust und blieb in Schwerte. Foto: Schwerter Mitte

Die Reihe ist angeregt durch das bundesweite Festjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ entstanden. „Wir möchten mit unseren auf Schwerte bezogenen Aktionen nicht nur die mahnende Erinnerung an den verwerflichen, grausamen Umgang von Verfolgung und Vernichtung der Jüdischen Mitbürger*innen aufrecht erhalten, sondern auchdas jüdische Leben als wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft wieder mehr in unsere Mitte holen,“ erklären Martina Horstendahl (Ensemble-Leiterin Schwerter Mitte) und Tom Damm (Stadtkirchenpfarrer St. Viktor) als Organisator:innen der Serie die reichhaltige Palette der Angebote: „Wir möchten breitgefächert informieren, den Austausch anregen und gegenseitige Toleranz und Akzeptanz fördern für ein friedliches Miteinander. Daher auch die Wahl unseres Titels: Rodef Schalom: Jage dem Frieden nach!“

Das Projekt wird über das Programm #heimatruhr gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Infos unter www.schwerter-mitte.de

PM: Schwerter Mitte

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