Nach Sturz einer Rotbuche: Weitere Bäume sind gefällt worden

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Diese Rotbuche hat am Alten Dortmunder Weg den Halt verloren. Foto: Stadt Schwerte / Stephanie Roß

Nach dem Sturz einer Rotbuche auf ein Haus am Alten Dortmunder Weg ist die Stadt Schwerte nicht untätig geblieben. In einem Schreiben informieren Stadt und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW Anwohner*innen des Alten Dortmunder Wegs und der Waldstraße über Ergebnisse. Der Unfall hat bereits zur Fällung weiterer Bäume geführt.

„Das städtische Baumpflegeteam hat unmittelbar nach dem Schadensereignis vor Ort eine eingehende Sichtkontrolle durchgeführt“, heißt es in dem von Stephanie Roß und Nils Johannsen unterzeichneten Brief. Roß ist Leiterin des Baubetriebshofs der Stadt Schwerte, Johannsen zuständiger Revierförster von Wald und Holz NRW.

Weiter heißt es in dem Brief: „Zusätzlich dazu wurde eine externe Zusatzkontrolle beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW für die Waldgrenze „Alter Dortmunder Weg/Waldstraße“ beauftragt, um eine weitere Absicherung nach dem plötzlichen Sturz der Rotbuche zu erhalten. Diese Zusatzkontrolle hat ergeben, dass weitere Bäume vorsorglich entnommen werden sollten. Einige dieser Bäume wurden bereits gefällt, die übrigen Fällungen erfolgen zeitnah, da teilweise spezielle Maschinen notwendig sind. Bei der Abwägung der Rechtsgüter hat das Abwenden von Gefahren für Leib und Leben bzw. Sachschäden für die Stadt Schwerte oberste Priorität.“

Keine Defektsymptome

Auch die am 20. März umgestürzte Rotbuche wurde untersucht. So genannte Defektsymptome konnten nicht festgestellt werden. Sowohl im Bereich der Krone, des Stammes als auch im unterirdischen Wurzelbereich war der Baum vital und gesund. Vielmehr sehen Stadt und Landesbetrieb Wald und Holz eine Ursache im Klimawandel. „Die vergangenen Jahre waren klimatisch von einer besonderen Trockenheit geprägt, die auch unsere Waldbäume extrem belastet hat“, heißt es in dem Schreiben an Anwohner*innen. „Seit dem letzten Jahr kommen die immer häufiger vorkommenden Extremwetterereignisse, insbesondere als Starkregenereignisse hinzu. Diese weichen die Waldböden sehr stark auf. In Kombination mit starkem Wind können so auch die Wurzeln von gesunden Bäumen ihren Halt verlieren und umfallen. Dies wird sehr wahrscheinlich die Ursache für das Umfallen der Rotbuche gewesen sein.“

Unfall höhere Gewalt

Im Ergebnis stufen Stadt und Landesbetrieb den Unfall als höhere Gewalt ein. werden. „Die Stadt Schwerte kontrolliert im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht grundsätzlich auch die Bäume an Straßen und in der Nähe von Nachbarbebauungen. Im Bereich der Waldgrenze „Alter Dortmunder Weg/Waldstraße“ werden ebenfalls regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Die Stadt Schwerte hält sich hierbei an die gesetzlichen Vorschriften. Die letzte Regelkontrolle erfolgte vorschriftsgemäß im Juni 2023. Ihre Sorge als Anwohner*innen vor einer erneuten Gefährdung durch umstürzende Bäume in Ihrem Wohnumfeld können wir seitens der Stadt Schwerte nachvollziehen und nehmen Ihre Sorgen sehr Ernst“.

Darüber hinaus hat die Stadt bei den intensiven Begehungen der Waldflächen feststellen müssen, dass große Mengen waldfremder Grünabfälle innerhalb der Waldflächen illegal entsorgt werden. Das Entsorgen von Abfällen im Wald stellt nicht nur eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld geahndet, sondern schädigt die Wurzelstrukturen der Bäume. Ebenfalls werden schädliche Pilze und Neophyten in unser heimisches Waldökosystem eingeschleppt. Die Stadt bittet darum, einen Beitrag zum Schutz der Bäume zu leisten und die anfallenden Grünabfälle sachgerecht zu entsorgen bzw. bei Verstößen umgehend zu informieren.

PM: Stadt Schwerte

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