Leserbrief von Uwe Görke-Gott

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Uwe Görke-Gott. Foto: privat

Gestern war ich beim Ausschuss „ABB“ (Bürgeranregungen). Dort dürfen wir keine Prüfungsaufträge an die Verwaltung geben, sondern nur Bitten an die Verwaltung formulieren.

Schwerte hat inzwischen sechs Bürgerinitiativen zu verschiedenen Themen. Zusätzlich gibt es unter anderem die MitMach-Zentrale und die Bürgerbeschwerdestelle. Nun kam der Vorschlag aus der Bevölkerung, noch ein Gremium für Bürgerräte einzurichten. Ehrlich gesagt, habe ich mich gefragt, weshalb denn dann wir Ratsleute da sitzen? Immerhin sind wir doch von den Bürger:innen gewählt worden, um ihre Belange nach vorne zu bringen. Aber stellt man in so einer Situation so eine Frage?

Wenn ich mich so zurückerinnere, habe ich fast nie jemanden auf der Zuschauertribüne sitzen sehen. Fast nie war jemand da, um Anregungen einzubringen. Ist nun das Liken auf Facebook mehr wert als das reale Leben? Dort, wo das Ratsmitglied vor Ort ist? Wir haben noch so viele kleine Projekte auf der Agenda – und es werden immer mehr!

Nun kam der Vorschlag für eine Testphase zur autofreien Stadt! Soll man einer City, die ausstirbt, das auch noch antun? Das Verkehrschaos in Schwerte ist doch hausgemacht, alleine durch die katastrophale Ampelschaltung! Die City muss leben und wenn Menschen von außerhalb kommen muss ein Parksystem her! Aber wo will man so etwas ansiedeln, in welchem Stadtteil? Ich befürchte, ginge man das an, gäbe es die siebte Bürgerinitiative. Politik wird in Schwerte immer komplizierter! Man kann nur hoffen, dass auch mal was passiert und nicht noch mehr Arbeitsgruppen und Gremien gegründet werden, in denen wir Woche für Woche bis spät abends diskutieren!

Von Uwe Görke-Gott

2 KOMMENTARE

  1. Lieber Uwe Görke-Gott,
    das ist doch ein uraltes Phänomen: Erst ganz kurz bevor der Bagger vor die Haustür rollt, wird der brave Bürger wach – und schimpft dann aber sowas von auf „die Politik“. Dass seit eh und je Rats- und Ausschuss-Sitzung öffentlich sind (sogar Bundestagssitzungen…), das will eigentlich niemand wissen. Für die allermeisten Bürgerinnen und Bürger ist es ganz bequem, wenn „die da oben“ machen was sie wollen.
    Die meisten Projekte, für oder gegen die sich gerade Initiativen rüsten, sind schon länger projektuiert, sind schon vor leeren Rängen in den politischen Gremien diskutiert worden.
    Aber jetzt mal andersrum: Den allermeisten Politikern ist es doch auch sehr recht, wenn (außer in Wahlkampfzeiten) niemand von den Zuhörerrängen auch noch Fragen stellt oder seinen Senf dazugeben mag.
    Wenn „die Politik“ es nicht allmählich hinbekommt, dass „der Bürger/die Bürgerin“ öfter und intensiver Anteil nimmt an der politischen Gremienarbeit, dann wird das auch bald keiner mehr machen.
    Konkret: Was tut denn deine Fraktion um Zuhörerränge zu füllen?
    Im Übrigen: Ich wünschte, quer durch die Fraktionen würden sich mehr Ratsmitglieder mal in der Öffentlichkeit melden und aufzeigen, was sie gerade beschäftigt, nicht nur immer du.

  2. Frage meinerseits:“Hausgemacht“? Bezugnehmend auf die Ampelschaltung…. wer hat die denn befürwortet in Schwerte?
    Doch nicht die Partei, die Sie vertreten H.G.-Gott?
    Bin da nicht so im Thema🙂

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