Nur rund 160 Bauarbeiter im Kreis Unna sind älter als 63 Jahre
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Westfalen Mitte-Süd fordert eine Rentenregelung, die sich stärker an der körperlichen Belastung einzelner Berufe orientiert. Anlass sind aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur: Von den rund 4.110 Beschäftigten im Baugewerbe im Kreis Unna sind lediglich etwa 160 älter als 63 Jahre.
„Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten“, sagt der Vorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd, Friedhelm Kreft. Maurer, Dachdecker sowie Straßen- und Kanalbauer seien oft jahrzehntelang Wind und Wetter ausgesetzt. Viele könnten ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen bereits vor dem 60. Lebensjahr nicht mehr ausüben.
Die Gewerkschaft kritisiert deshalb die Pläne der Rentenkommission und fordert eine Flexi-Rente mit einem früheren Zugang zum regulären Ruhestand für besonders belastende Berufe. Das gelte neben dem Bau auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung sowie den Garten- und Landschaftsbau.
Zugleich spricht sich die IG BAU gegen die Abschaffung der Rente mit 63 aus. Im Kreis Unna werden nach Angaben der Gewerkschaft in den kommenden zehn Jahren rund 64.800 Angehörige der Babyboomer-Generation in den Ruhestand wechseln. Viele von ihnen hätten bereits 45 Beitragsjahre geleistet und müssten sich auf verlässliche Rentenregelungen verlassen können. Außerdem fordert die IG BAU, das Rentenniveau langfristig zu sichern und perspektivisch wieder auf mindestens 53 Prozent anzuheben.






