Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel

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Dimitrios Axourgos Foto: Stadt Schwerte

Liebe Schwerterinnen, liebe Schwerter,

als ich Ihnen vor einem Jahr ein gutes, glückliches und gesundes Jahr gewünscht habe, konnte noch niemand ahnen, dass eine Pandemie auf uns alle zurollen würde. Das Coronavirus hat das zu Ende gehende Jahr geprägt und wird uns leider auch noch über die Jahreswende hinaus begleiten. Das hat auch in Schwerte zu tiefen Einschnitten geführt. Das betrifft zum Beispiel die Gastronomie, die ihre Plätze nur eingeschränkt anbieten konnte. Ein Jahr ohne das Welttheater der Straße, ohne die Kleinkunstwochen, ohne das Pannekaukenfest und ohne die vielen anderen Ereignisse, an die wir uns gewöhnt und auf die wir uns gefreut haben, hat unser soziales Miteinander empfindlich gestört. Ich hoffe sehr, dass die Impfungen eine Trendwende herbeiführen werden. Die Notwendigkeit zur Disziplin aber wird zunächst noch allgegenwärtig sein. Ich möchte auch diese Gelegenheit nutzen, an Sie zu appellieren: Schützen Sie sich und schützen Sie andere, indem Sie die Regeln einhalten. Helfen Sie Ihren Mitmenschen und seien Sie nicht leichtsinnig.

Die Coronakrise wird Auswirkungen auf die Finanzlage der Kommunen haben. Es wird Einnahmeausfälle geben, die sich in Schwerte auf knapp 10 Millionen Euro summieren. Ohne eine strukturierte und auf die Zukunft gerichtete Unterstützung durch Bund und Land wird das mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein. Die Kommunen benötigen aber einen Handlungsspielraum und verbindliche Zusagen über die Höhe der Unterstützung. Der mit einem Plus von 6 Millionen Euro beste Jahresabschluss 2019 hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich bin sehr froh, dass es uns wieder gelungen ist, für das Jahr 2021 einen Haushalt aufzustellen, der einen Überschuss ausweist – und das ohne Steuererhöhungen! Aber wir wissen schon, dass auch dieser Haushalt auf Kante genäht wurde und die Rechnung viele Unbekannte enthält. Das Bestreben, dieser Stadt und ihren Menschen Gutes zu tun, hat die Arbeit in der Stadtverwaltung in diesem Krisenjahr bestimmt und wird auch weiterhin im Mittelpunkt unseres Handelns stehen.

Ich bin überzeugt, dass wir in diesem Jahr eine gute Arbeit für eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt geleistet haben. Ich denke dabei an die städtebauliche Entwicklung im Bereich Schützenhof, die meine Verwaltung und ich im gedeihlichen Zusammenspiel mit der Politik auf den Weg gebracht hat. Dort und in Wandhofen wird neuer Wohnraum entstehen, der Schwerte auch für junge Familien attraktiv macht. Damit bin ich auch schon bei einem Schwerpunkt unserer Arbeit angekommen, nämlich dem Bereich Kinder, Jugend und Familien. Wir sorgen für gute Schulen, denken Sie nur an den beschlossenen Neubau der Albert-Schweitzer-Schule oder an den Bau der Offenen Ganztagsschulen für die Heideschule und die Lenningskampschule. Wir schaffen KiTa-Plätze, in Schwerte und in Ortsteilen wie Wandhofen oder Geisecke. Wir fördern die digitale Ausstattung. Wir sorgen dafür, dass der Ball rollt und bauen im Zusammenspiel mit der städtebaulichen Entwicklung Schützenhof einen neuen Sportplatz, der Angebote sichert und Jugendliche in die Vereine führt. Das Projekt wird mit 2,7 Millionen Euro durch den Bund gefördert – es soll nicht das letzte im Bereich Sport sein. Im sachlichen Zusammenspiel der politischen Kräfte liegt nach der Kommunalwahl hoffentlich das Rezept für eine erfolgreiche 10. Wahlperiode.

Auch in anderen Bereichen hat Schwerte in Bund und Land gepunktet. Im gemeinsamen Smart-City-Modellprojekt mit Dortmund sind 3,6 Millionen Euro alleine nach Schwerte geflossen. Das Bundesverkehrsministerium hat 1,47 Millionen Euro für ein Verkehrsleitsystem zur Verfügung gestellt. Das Land gibt 400.000 Euro aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte, 600.000 Euro hat es alleine für die Planungen zur Umgestaltung des Schwerter Marktplatzes und seines Umfelds gegeben. Für den geplanten Bau einer Begegnungsstätte auf dem Sportplatz in Geisecke gibt es 1,1 Millionen Euro aus Berlin. 500.000 Euro hatte es schon für den laufenden Umbau der ehemaligen Grundschule zur Neuen Ergster Mitte gegeben. In Wandhofen wird eine neue KiTa gebaut werden, die auch als Begegnungsstätte genutzt werden kann. Schließlich geben wir in Schwerte-Ost alles, um den Spielplatz am Gehrenbachstausee der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung zu stellen und haben auch das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept für Westhofen nicht aus dem Blick verloren. Dass alles zeigt: Unsere Bestrebungen zielen nicht nur auf eine hohe Aufenthaltsqualität in der Innenstadt ab, sondern auch auf gute Angebote in den Ortsteilen. Von den rund 10 Millionen Euro Fördergeldern werden Menschen in dieser Stadt auf verschiedene Art und Weise profitieren.

Sie sehen, liebe Leserin, lieber Leser, unsere Projekte fallen beim Bund und im Land auf fruchtbaren Boden. Ihre Vielfalt demonstriert, dass alle Menschen dieser Stadt im Mittelpunkt meines Handelns und das meiner Verwaltung stehen. Was alleine in Geiseckeentstehen soll, ist generationenübergreifend. Gerade ältere Menschen werden hier erfahren dürfen, dass Einsamkeit im Alter nicht sein muss. Auch dieser Bereich bildet einen Schwerpunkt meiner Arbeit in diesem Jahr ab, nämlich dem Kampf gegen Einsamkeit im Alter, den ich mit vielen Institutionen und Einrichtungen führen darf. Unsere Broschüre „Älter werden in Schwerte“ gehört zu den Grundlagen dieser Arbeit, die sogar über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung findet, wie jüngst die Spende der Westfälischen Provinzialversicherung auf Anregung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zeigt. Wir erfahren in diesen Zusammenhängen sehr viel Unterstützung durch das Ehrenamt. Es trägt in vielen Bereichen das öffentliche Leben. Mit der Ehrenamtskarte wollen wir viel von diesem Engagement zurückgeben.

Die Stadtverwaltung ist aber nicht nur für die älteren Menschen da, sondern auch für Familien, Kinder und Jugendliche. Spielplätze haben und werden weiterhin große Beachtung erfahren. Wir werden die Skateranlage an der Rohrmeisterei aufwerten und haben an den Schulen ein Kinder- und Jugendparlament wählen lassen, das sich aktiv in die politische Arbeit in dieser Stadt einmischen soll und das nach meinen ersten guten Eindrücken auch tun wird. Für die Menschen in unserer Stadt haben wir am Markt ein MitMachBüro eingerichtet. Kurze Wege sorgen so für schnelle Informationen. Nach wie vor stellt die Stadt Schwerte das einzige Rathaus im gesamten Kreis, dessen Bürgerservice in den Vormittagsstunden ohne Terminvergaben erreichbar ist. Für alle die, die unsere Verwaltung nicht persönlich erreichen können, stehen mittlerweile sehr viele digitale Angebote im Netz zur Verfügung. Auch in diesem Jahr haben wir wieder viel für den digitalen Fortschritt geleistet, haben damit aber das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Die moderne und super schnelle 5G-Technologie soll zum Beispiel von der Schwerter Feuerwehr genutzt werden. Fördergelder sind beantragt, wir warten noch auf eine Antwort aus Berlin. Die Entwicklung von Konzepten ist übrigens schon im vergangenen Jahr mit 85.000 Euro gefördert worden.

Stichwort Feuerwehr. Die Stadt Schwerte hat auch in diesem Jahr Investitionen in ihre Feuerwehr getätigt und damit in die Sicherheit von Einwohner*innen der Ruhrstadt. Eine gute Ausstattung kann Leben retten. Wir haben neue Fahrzeuge angeschafft und wollen zudem die Wachen an der Lohbachstraße, in Ergste und in Geisecke nach modernen Gesichtspunkten aufwerten. Sicherheit ist in einer Stadt wie Schwerte ein hohes Gut. Der Kommunale Ordnungsdienst gehört dazu, ebenso die weiterhin gut funktionierende Ordnungspatenschaft mit der Polizei. Und weil es hier um gute Arbeit und Ordnung geht, darf auch der Baubetriebshof der Stadt nicht unerwähnt bleiben.

Zu den großen Aufgaben, denen wir uns gerne im Sinne der Bürger*innen stellen, ist die Entwicklung des Verkehrs. Dazu gehört nicht nur der aktuell laufende Ausbau der B236, der uns allen auch in 2020 noch einiges abverlangen wird. In der ersten Bauphase ist es, wie ich finde, besser gelaufen als gedacht. Wir werden ein digitales Verkehrsleitsystem aufbauen und bleiben damit auch dem Klimaschutz treu, weil eine digitale Steuerung Verkehrsflüsse verbessert und NOX-Belastungen reduziert. Einer Gemeinde, die im Bereich der kommunalen Energiewende mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden ist und mit ihm ein international anerkanntes Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsinstrument für kommunalen Klimaschutz in den Händen hält, steht das gut zu Gesicht.

Wir sehen aber nicht nur das Auto als Verkehrsmittel. Mit dem barrierefreien Umbau vieler Haltestellen im Stadtgebiet fördert die Stadt den Öffentlichen Personennahverkehr. Am Bahnhof in Ergste haben wir eine Radstation eröffnet, die zum Umstieg auf das Fahrrad animiert und dieses Verkehrsmittel mit dem ÖPNV kombiniert. Auf dem Parkplatz Im Reiche des Wassers ist eine Ladeinfrastruktur für E-Autos entstanden und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Eine Fußwegekonzept Innenstadt wurde auf den Weg gebracht. Der Ruhrtalradweg ist im Bereich Schwerte auf Vordermann gebracht worden, was dem Tourismus förderlich sein wird. Zudem wird die Stadt den Bereich Tourismus auf das Stadtmarketing Schwerte übertragen. So sollen Strukturen professionalisiert werden – eine gute und notwendige Entscheidung!

Solides Wirtschaften und in die Zukunft gerichtete Investitionen in Umwelt, Verkehr, Stadtplanung, Bildung und viele andere Bereiche bleiben die Antriebsfedern meiner Arbeit und die der gesamten Verwaltung. Unsere Arbeit war in diesem Jahr erfolgreich, aber in Zeiten von Corona nicht einfach. Umso mehr möchte ich an dieser Stelle meinen Mitarbeiter*innen aus allen Ämtern und Bereichen der Verwaltung für ihr Engagement danken.

Wir werden weiterhin voller Tatendrang stecken und wollen Schwerte bewegen, wo immer wir das können – für nachhaltige Entwicklungen, für noch mehr Lebendigkeit und Qualität. Ich weiß, dass der Weg zurück zur Normalität nicht leicht werden wird und wir bis dahin unsere Kultur und unseren Sport schmerzlich vermissen werden. Es waren die Kulturschaffenden, die im Zusammenspiel mit der Stadt Schwerte, der Sparkasse, den Stadtwerken Schwerte, der TWS und dem Stadtmarketing in diesem Jahr das Schwerter Autotheater auf dem Rohrmeistereiplateau auf die Bühne gebracht und die damit Großartiges geleistet haben. Oder denken Sie nur an das Format „‘ne Runde um Block“. Doch in der Coronakrise sind dem wunderbaren Engagement, das unsere Stadt so sehr auszeichnet, enge Grenzen gesetzt. Wir werden diese Krise meistern, da bin ich sicher. Aber ich weiß auch, dass dafür Disziplin und Solidarität und das konsequente Einhalten aller Regeln notwendig sind – das kann man gar nicht oft genug sagen. Diesen Regeln hat sich auch der von mir initiierte Schwerte Plan unterwerfen müssen, ist vielleicht deshalb voll aufgegangen. Ich würde mir wünschen, dass er auch in den kommenden Zeiten Impulsgeber sein wird, bis wir die Krise gemeistert haben.

In wenigen Tagen steht Weihnachten vor der Tür. Wir alle wissen, es wird anders ausfallen als in den Jahren davor. Das hindert mich nicht daran, Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest zu wünschen. Meine Gedanken sind bei den Menschen, die erkrankt sind und die Zeit im Krankenhaus verbringen müssen. Meine Gedanken sind auch bei denjenigen, die in der Coronakrise einen geliebten Menschen verloren haben; ihnen möchte ich mein aufrichtiges Beileid ausdrücken. Kommen Sie alle, liebe Schwerterinnen, liebe Schwerter, in ein hoffentlich gutes, glückliches und auch gesundes neues Jahr!

Ihr

Dimitrios Axourgos

Bürgermeister Stadt Schwerte

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