Die Evangelische Kirchengemeinde Schwerte trauert um ihren früheren Pfarrer Walter Rattelsberger. Der Theologe ist am 6. August 2026 im Alter von fast 90 Jahren verstorben. Die Gemeinde nimmt dankbar Abschied von einem Seelsorger, der das kirchliche Leben in Schwerte über viele Jahre hinweg mitprägte.
Walter Rattelsberger kam im Sommer 1968 nach Schwerte. Zunächst lebte er im Pfarrhaus am Alten Dortmunder Weg und war besonders eng mit dem benachbarten Johanneshaus verbunden. Dort baute er gottesdienstliches Leben auf und prägte durch zahlreiche Haus- und Krankenhausbesuche ein lebendiges Miteinander in der Gemeinde.
Auch über den Gottesdienst hinaus engagierte sich Rattelsberger für die Menschen in seiner Gemeinde. Im Rahmen seiner Männerarbeit bot er Jahr für Jahr einwöchige Wanderfreizeiten an. Diese gemeinsamen Unternehmungen verbanden Bewegung, Gemeinschaft und persönliche Gespräche und blieben vielen Teilnehmern in Erinnerung.
Spuren hinterließ der frühere Pfarrer auch im Johanneshaus. Durch seine persönlichen Kontakte zum Künstler und Bildhauer Karl Hemmeter erhielt das Gebäude mehrere wertvolle Kunstwerke. Besonders prägend ist bis heute das Holzrelief der Fußwaschung Jesu hinter dem Abendmahlstisch. Auf Rattelsbergers Engagement geht zudem die Anschaffung einer klanglich besonderen Mühleisen-Orgel für das Johanneshaus zurück.
Theologisch war Walter Rattelsberger reformiert geprägt. Im Kirchenkreis Iserlohn vertrat er eine calvinistisch geprägte Theologie und brachte diese Haltung in die kirchliche Arbeit und das Gemeindeleben ein.
Am 1. Dezember 1998 trat Walter Rattelsberger in den Ruhestand. Gemeinsam mit seiner Frau lebte er weiterhin lange Zeit in Schwerte, zuletzt am Brunsiepen 23. Später zog er zu seinen Kindern nach Gräpel, einem Ortsteil von Estorf im Landkreis Stade.
Mit Walter Rattelsberger verliert die Evangelische Kirchengemeinde Schwerte einen engagierten Seelsorger, der mit persönlicher Nähe, theologischer Klarheit und großem Einsatz für die Gemeinde verbunden bleibt.






