Mit einem sommerlich-romantischen Konzertabend hat das Ruhrstadt Orchester Schwerte sein Publikum in der Rohrmeisterei begeistert. Das Young-Artists-Festivalkonzert bot nicht nur musikalische Spitzenleistungen, sondern auch eine eindrucksvolle Bühne für zwei außergewöhnlich talentierte Nachwuchssolistinnen. Der lang anhaltende Applaus und die stehenden Ovationen am Ende des Konzerts waren der verdiente Lohn für einen Abend voller Klangschönheit, Virtuosität und großer Emotionen.
Bereits der Auftakt ließ erkennen, dass das Publikum ein besonderes Konzerterlebnis erwartete. Mit den temperamentvollen „Three Dances“ des englischen Komponisten Edward German setzte das Ruhrstadt Orchester unter der Leitung von Städtischem Kapellmeister Claus Eickhoff ein mitreißendes Ausrufezeichen. Schwungvolle Rhythmen, präzise gespielte Läufe und ein ausgewogener Orchesterklang sorgten von Beginn an für Begeisterung und schufen den passenden Rahmen für die folgenden Solokonzerte.
Im Mittelpunkt des Abends stand zunächst die junge Cellistin Nelika Yukawa, Stipendiatin der Orchesterakademie des WDR Sinfonieorchesters Köln. Mit Alexander Glasunows lyrischem „Chant du ménestrel“ entfaltete sie einen warmen, ausdrucksstarken Celloton und überzeugte mit feinem musikalischem Gespür. Anschließend stellte sie sich mit den anspruchsvollen Rokoko-Variationen von Peter Iljitsch Tschaikowski einer der großen Herausforderungen der Celloliteratur. Dabei beeindruckte sie gleichermaßen durch technische Brillanz, elegante Virtuosität und eine außergewöhnliche Klangschönheit, die das Publikum in ihren Bann zog.
Nicht weniger eindrucksvoll präsentierte sich die Pianistin Giulia Loperfido, Stipendiatin der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung. Mit dem berühmten Klavierkonzert von Edvard Grieg gestaltete sie einen Höhepunkt des Konzertabends. Eindrucksvoll wechselte sie zwischen kraftvollen, brillanten Klangkaskaden und den lyrischen, gefühlvollen Passagen des Werkes. Ihre ausdrucksstarke Interpretation verband technische Perfektion mit großer musikalischer Reife und wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus aufgenommen.
Das Ruhrstadt Orchester erwies sich dabei als verlässlicher und inspirierender Partner der beiden Solistinnen. Unter der souveränen Leitung von Claus Eickhoff gelang es dem Ensemble, die Solopartien sensibel zu begleiten und zugleich eigene sinfonische Akzente zu setzen. Die ausgewogene Balance zwischen Orchester und Solisten sowie die klangliche Geschlossenheit verliehen dem Konzert eine besondere Qualität.
Die Besucherinnen und Besucher dankten allen Mitwirkenden mit lang anhaltendem Beifall und Standing Ovations. Das Young-Artists-Festivalkonzert machte eindrucksvoll deutlich, wie viel musikalisches Potenzial in der jungen Generation klassischer Musikerinnen steckt und wie erfolgreich das Ruhrstadt Orchester Nachwuchstalente fördert und ihnen eine Bühne bietet.
Bereits jetzt dürfen sich Musikfreunde auf das nächste Sinfoniekonzert des Ruhrstadt Orchesters freuen. Es findet am Sonntag, 27. September 2026, um 17 Uhr in der St. Viktor Kirche statt. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Peter Iljitsch Tschaikowski und Gioachino Rossini sowie die Sinfonie g-Moll KV 550 von Wolfgang Amadeus Mozart. Als Solisten werden die Geigerin Ani Panova, Teilnehmerin einer Masterclass der Hochschule Wien, sowie der Klarinettist Wang Shuo von der Internationalen Musikakademie Ruhr zu erleben sein. Die musikalische Leitung übernimmt erneut Claus Eickhoff. Der Vorverkauf für das Konzert beginnt in Kürze.






