Online Theater-Premiere von „Sophie Scholl“ im Theater am Fluss

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Zu Sophie Scholls 100. Geburtstag veröffentlicht das TaF einen Theater Film. Foto: ©TaF

Das erste Theaterstück nach über sechs Monaten Lockdown im Theater am Fluss ist gleiche eine doppelte Premiere. Das Stück „Sophie Scholl – Die weiße Rose“ ist als Film umgesetzt. Regisseur und Autor Stefan Schroeder erklärt den Entstehungsprozess. 

Anfang Januar beschloss das Theater am Fluss bereits alle Theater Premieren bis Mai abzusagen. Zu dem Zeitpunkt blieb die Hoffnung, wenigstens amPremierendatum von „Sophie Scholl – Die weiße Rose“ am 9.Mai, anlässlich zu Scholls 100. Geburtstag festhalten zu können. Auch wenn das bedeutet, dass es kein Theaterstück im klassischen Sinne werden würde. 

Umstellung von Theater auf Film-Inszenierung

Das fünfköpfige Ensemble begann gemeinsam mit Regisseur und Autor Stefan Schroeder das Bühnenkonzept auf ein Onlineformat umzustellen. Im Theater war geplant, fließende Übergänge zwischen Spielszenen und dokumentarischen Elementen zu schaffen. Dafür musste das Ensemble nun eine künstlerische Übersetzung finden, die im Video auch funktioniert. Während das Theater sich für die Inszenierung spielerischer, fließender Übergänge eignet, arbeitet der Film mit Montage und Schnitt.

„Wir bleiben dicht an den Originaldokumenten und wollen mit filmischen Mitteln die Verbindung schaffen zwischen Schauspiel und der historischen Wirklichkeit.“, erzählt Stefan Schroeder.

„Man lernt die Möglichkeiten des Films schätzen“

Das neue Format war eine besondere Herausforderung für das Ensemble. Statt einesüblichen Probenprozess hatten, der in vielen Wochen langsam zum Ziel führt, mussten die einzelnen Szenen punktgenau für den Dreh gelingen. „Es war abenteuerlich und besonders herausfordernd, da wir im Lockdown alles über Zoom erarbeiten mussten. Aber schwierige Bedingungen machen ja auch kreativ. Man gewöhnt sich an eine neue Arbeitsweise, eine andere Bildgestaltung und lernt auch die Möglichkeiten des Films schätzen.“, berichtet der Regisseur und Autor des Stücks. 

Gezeigt wird in dem rund 45-minütigen Theaterfilm das Leben von Sophie Scholl von der Kindheit bis zum Prozess, an dessen Ende sie zum Tode verurteilt wurde. „Dabei hat uns besonders interessiert, wie Sophie, die als Kind noch vom Dritten Reich vereinnahmt wird, zu einer entschiedenen Gegnerin des Nazi-Regimes wird.“, erklärt Schroeder. 

Der Weg der Gewissensbildung habe auch Vorbildcharakter für die heutige Zeit, inder so viele Kräfte der politisch rechten Bestrebungen im In- und Auslandwieder an der Aufweichung freiheitlicher Grundwerte arbeiten erklärt der Autor des Stücks weiter. „Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, wie fragil die Werte sind, auf denen unsere Demokratie aufbaut, wenn man sie nicht bewusst bewahrt. Daher finde ich, dass die Geschwister Scholl und die Mitglieder der weißen Rose, die für diese Werte eingetreten sind, sich auch für uns als Identifikationsfiguren der deutschenGeschichte eignen.“

Nach dem Online Experiment hofft das Ensemble, trotzdem bald wieder im Theater spielen zu können:„Spaß gemacht hat das Filmexperiment auch, aber wir sind trotzdem froh, wenn wir unser Theater wiederhaben“. Der Film wird am 09. Mai um 19.30 Uhr auf dem YouTube Kanal vom Theater am Fluss hochgeladen und ist dann für einen Monat kostenlos verfügbar.

PM: TaF

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