Grün statt Grau: Verkehrswende geht anders

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In einer Pressemitteilung der Stadt wurde bekanntgegeben, dass der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt (AISU) einer außerplanmäßigen Ausgabe über 100.000 Euro zur Erweiterung des Parkplatzes am “Reiche des Wassers” zugestimmt hat. Mit dieser Erweiterungsollen weitere 23 Stellplätze ausschließlich für PKW erschlossen werden.

In der Pressemitteilung wurde nicht erwähnt, wie viele Bäume wieder einmal zulasten der Stellfläche abgeholzt werden, wie viel Grün im Innenstadtbereich mal wieder zur Nutzung des motorisierten Individualverkehrs verloren geht. Scheinheilig wird davon gesprochen, dass die”vorhandene Begrünung punktuell durch Neuanpflanzungen” ergänzt wird. Das heißt, dass wir mit neuen Parkflächen für PKW mehr Begrünung in der Innenstadt schaffen? Natürlich nicht. Wiedereinmal macht der PKW Boden gut oder besser gesagt, der PKW frisst den Boden der Natur.

Eines ist doch sonnenklar: Mit den neuen Parkplätzen am “Reiche des Wassers” werden noch mehr Autos in die Innenstadt gelockt, die es zu bewältigen gilt. Aber da ist ja scheinbar Land in Sicht: Das 2,0 Mio teure Verkehrsleitsystem, wovon wir aus unserem Stadthaushalt 400.000 € beisteuern dürfen, um dann den stehenden Verkehr in der Stadt sinnvoll zu verwalten. Vielleicht “sagt” ja dann das intelligente Leitsystem den Verantwortlichen, dass wir schon heute ein viel zu großes Parkangebot für die Stadt haben und wenn sie das nicht glauben wollen, können sie es ja im von der Stadt 2015 initiierten Mobilitätskonzept 2025 nachlesen.

Übrigens könnten wir mit den ursprünglichen 100.000 € für 23 PKW-Parkplätze stattdessen viele Lücken bei den Radwegen innerhalb der Stadt und zwischen den Stadtteilen schließen. Dann würden viel mehr Schwerter Bürger*innen mit dem Fahrrad in die Innenstadt kommen und bräuchten auch die 23 neuen Parkplätze nicht mehr, die Flächen blieben erhalten und die Lebensqualität in Schwerte würde steigen.

PM: BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Schwerte

1 KOMMENTAR

  1. Obwohl ich den Tenor dieses Artikels gut nachvollziehen kann (auch ich bin dafür, dass weniger Geld für den Autoverkehr und mehr für alternative Fortbewegungsmöglichkeiten ausgegeben wird und dass so wenig Bäume wie möglich abgeholzt werden), muss ich sagen, dass diese Kritik etwas obsolet wirkt, wenn sie von einer Partei kommt, die erst vor etwa knapp zwei Jahren ernsthaft den Vorschlag gemacht hat, an eben jenem Standort ein großes Hotel mit 240 Parkplätzen zu bauen!

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