Dass Else Lemmes dem Elsebad den Namen gegeben hat, ist eine schöne Geschichte, und sie geht nur knapp an der Wahrheit vorbei: Im Jahr 1943 hat sie hier ihren Rettungsschein in Silber abgelegt, ein Jahr später kamen Else und ihr späterer Ehemann Günter sich im Elsebad näher und teilten sich auf der Wiese ein Handtuch, während beide ihre Aufmarschveranstaltungen bei „Hitlerjugend“ und „Bund deutscher Mädels“ schwänzten.
Das Elsebad wurde schon bald ihr und ihrer Familie ein zweites Zuhause: Nicht nur zur gemeinsamen Entspannung, sondern auch, weil Else hier ganzen Generationen von Ergster und Villigster Kindern das Schwimmen beibrachte. Folgerichtig gehörte sie – zusammen mit Günter – im Jahr 1967 zu den Gründungsmitgliedern der örtlichen DLRG. Die Schließung des Elsebades im Jahr 1993 ging ihr natürlich ganz gegen den Strich; es war klar, dass sie sich für eine Wiedereröffnung einsetzte: Und so war sie – zusammen mit Günter – 1995 unter den 21 Gründungsmitgliedern des Fördervereins für das Elsebad. Auch die Mitarbeit beim Wiederaufbau und in den späteren Jahren des Betriebs war für sie selbstverständlich, sie war besonders im Grünen engagiert. Am 16. Mai 1998 richtete sie das Wort an die Gästeschar, die die Wiedereröffnung des Elsebades als Bürgerbad feierten: „Wenn ein Totgeglaubter wieder zum Leben erweckt wird, ist das etwas außergewöhnlich Erfreuliches. Dieses Außergewöhnliche ist hier geschehen. Unser Elsebad lebt! … Man möchte fast von einem Wunder sprechen; ich nenne es einfach wunderbar.“
Natürlich tat sie auch den mehr oder weniger täglichen Sprung ins Wasser, lange Zeit mit ihrem Günter. So hielt sie sich fit und nahm noch bis weit in ihre 80er Jahre sehr erfolgreich an den Deutschen Meisterschaften der Rettungsschwimmer teil. Wasser: Das war ihr Element und Begeisterung für das Schwimmen war ihr Anliegen – das versuchte sie auch an die Kinder weiterzugeben: Regelmäßig nahm sie am ElseCup teil, stiftete einen der beiden Wanderpokale und übergab ihn und viele Medaillen an die wackeren SchwimmerInnen, nicht ohne ihnen noch den ein oder anderen Tipp zum Schwimmstil mit auf den Weg zu geben. Im Jahr 2023 ehrte die Präsidentin der Bundes-DLRG sie im Elsebad für 80 Jahre Mitgliedschaft in diesem Verband – ein einmaliges Ereignis.
Else Lemmes, die große Schwerter Schwimmerin, ist am 11. April 2026 im Alter von 99 Jahren gestorben. Seit diesem Tag geht der Name des Elsebades umso mehr auf seine große Förderin und Liebhaberin zurück.
PM: Elsebad






