
Dichter Rauch dringt aus dem Kellergeschoss, mehrere Verletzte benötigen Hilfe, eine Person wird vermisst und auf dem Dach des Gebäudes befinden sich weitere Betroffene – ein Szenario, das für die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes höchste Anforderungen bedeutet. Glücklicherweise handelte es sich dabei nicht um einen realen Notfall, sondern um eine groß angelegte Einsatzübung am Stadtbad Schwerte. Rund 80 Einsatzkräfte trainierten dort gemeinsam verschiedene Einsatzlagen, um ihre Abläufe für den Ernstfall weiter zu optimieren.
An der Übung beteiligt waren die Einheiten Schwerte-Mitte und Schwerte-Geisecke der Freiwilligen Feuerwehr, die hauptamtliche Wache sowie der Rettungsdienst. Ziel war es, unter möglichst realistischen Bedingungen die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einheiten zu erproben und wichtige Einsatzabläufe zu festigen.

Das Übungsszenario sah einen Brand im Technikbereich des Kellergeschosses des Stadtbades vor. Mithilfe einer Nebelmaschine wurde eine starke Rauchentwicklung simuliert, die sich rasch in die Umkleidebereiche, die Schwimmhalle und die Zugänge zum Technikbereich ausbreitete. Die Sichtverhältnisse verschlechterten sich dadurch erheblich und stellten die Einsatzkräfte vor zusätzliche Herausforderungen.
Parallel zum Brandgeschehen fanden im Übungsszenario Arbeiten auf dem Dach des Gebäudes statt. Durch die starke Rauchentwicklung wurde der Zugang über eine Leiter erschwert. Einer der Arbeiter stürzte im Verlauf des angenommenen Einsatzes von der Leiter und zog sich Verletzungen zu. Ein zweiter Arbeiter befand sich weiterhin auf dem Dach und suchte Kontakt zu den zuerst eintreffenden Einsatzkräften am Haupteingang. Zusätzlich galt eine weitere Person innerhalb des Gebäudes als vermisst.
Insgesamt wurden 15 Übungspatientinnen und -patienten durch speziell geschulte Darstellerinnen und Darsteller realistisch dargestellt. Mit aufwendiger Unfallschminke und detaillierten Verletzungsmustern sorgten sie für ein möglichst authentisches Einsatzgeschehen. Die Einsatzkräfte mussten die Betroffenen auffinden, medizinisch versorgen und aus dem Gefahrenbereich retten.

Die Übung verlangte den Beteiligten ein hohes Maß an Koordination und Flexibilität ab. Zeitgleich mussten die Brandbekämpfung organisiert, die Menschenrettung aus den verrauchten Gebäudeteilen durchgeführt, Verletzte versorgt und die vermisste Person gesucht werden. Dabei arbeiteten Feuerwehr und Rettungsdienst eng zusammen und stimmten ihre Maßnahmen fortlaufend aufeinander ab.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften. Solche gemeinsamen Übungen sind von großer Bedeutung, da im Einsatzfall häufig unterschiedliche Einheiten zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen nahtlos ineinandergreifen müssen. Zudem wurde die Bildung verschiedener Einsatzabschnitte trainiert, um die komplexe Lage übersichtlich zu strukturieren und die Führungskräfte zu entlasten.
Auch die Kommunikation spielte eine zentrale Rolle. Über den Einsatzleitwagen wurden Informationen gebündelt und der Austausch zwischen Einsatzleitung und Leitstelle koordiniert. Gerade bei größeren Schadenslagen ist eine funktionierende Kommunikation entscheidend, um schnelle und zielgerichtete Entscheidungen treffen zu können.
Eine besondere Premiere erlebte die Übung mit dem erstmaligen Einsatz einer Drohne im Rahmen eines realitätsnahen Szenarios. Das gemeinsame Projekt „Drohne“ der Stadtwerke Schwerte und der Feuerwehr Schwerte wurde dabei erstmals umfassend in eine Einsatzübung integriert. Die Luftunterstützung ermöglichte zusätzliche Einblicke in die Einsatzstelle und bot den Verantwortlichen die Gelegenheit, verschiedene Einsatzmöglichkeiten der modernen Technik unter praxisnahen Bedingungen zu testen.
Nach Abschluss der Übung zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Die gesteckten Ausbildungsziele konnten erreicht werden, und die Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten funktionierte erfolgreich. Solche Übungen werden regelmäßig durchgeführt, um Routinen zu festigen, neue Einsatzkonzepte zu erproben und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und des Rettungsdienstes kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die auf Fotos sichtbaren Verletzungen und Unfallszenen sind ausschließlich Teil der Übungsdarstellung. Sämtliche Verletzungen wurden professionell geschminkt, und alle beteiligten „Patientinnen“ und „Patienten“ waren Darstellerinnen und Darsteller. Gerade diese realistische Darstellung trägt jedoch dazu bei, die Einsatzkräfte bestmöglich auf reale Notfallsituationen vorzubereiten und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger langfristig zu gewährleisten.





