Professor Lammert zu Besuch bei Schwerter Serviceclubs

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Professor Dr. Norbert Lammert während seines Vortrages zur Demokratie beim Rotary Club Schwerte/Ruhr. Foto: Rotary Club Schwerte/Ruhr

Der Bundestagspräsident a. D. Professor Norbert Lammert besuchte am 17.02. auf Einladung des Rotary Clubs Schwerte/Ruhr die Schwerter Serviceclubs  im Freischütz. Insgesamt verfolgten mehr als 90 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer des Frauen Lions-Club Caelestia, des Lions-Club, des Leo-Clubs (Jugendorgnisation Lions-Club) und des veranstaltenden Rotary-Club gebannt seinen Ausführungen über Demokratie in gemeinsamer Verantwortung.

Der Präsident des Rotary Clubs Schwerte/Ruhr; Dr. Alfons Drüke, begrüßte zunächst die Gäste und den Referenten und stellte ihn kurz vor: Norbert Lammert ist Politikwissenschaftler und ehemaliger deutscher Politiker (CDU). Er war von 2005 bis 2017 Präsident des Deutschen Bundestages und bekleidete damit das zweithöchste Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag übernahm er im Jahr 2018 den Vorsitz der Konrad-Adenauer-Stiftung, den er bis Ende letzten Jahres innehatte.

In seinen Ausführungen hob Professor Lammert hervor, dass die Demokratie nicht vom Himmel gefallen sei und wie alle anderen wichtigen Errungenschaften der Menschheit hart erarbeitet wurde. Deutschland hat im letzten Jahrhundert vier politische Systemwechsel erlebt. Die Bundesrepulik ist in ihrem 76. Jahr mittlerweile älter als das Kaiserreich, die Weimarer Republik und das Dritte Reich zusammen. Nach dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung 1990 in Deutschland schien die politische Systemfrage zugunsten der Demokratien entschieden. Als Merkmale einer funktionierenden Demokratie nannte er mehrere unverzichtbare Mindestanforderungen: regelmäßige und verlässliche Wahlen, echte politische Alternativen im fairen Wettbewerb, zeitlich befristete Mandate, Gewaltenteilung, eine unabhängige Justiz sowie einklagbare Grundrechte wie Meinungs-, Presse-, Glaubens- und Koalitionsfreiheit. Heute jedoch gäbe es nur noch etwa zwei Dutzend ernstzunehmende Demokratien, die weniger als 10 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren.

Für das Funktionieren von demokratischen Systemen sei das bürgerschaftliche Engagement unverzichtbar, in Autokratien hingegen sei es unerwünscht und hinderlich. Gleichzeitig stellte er fest, dass das politische Engagement, insbesondere in Parteien, vergleichsweise schwach ausgeprägt sei. Obwohl Parteien großen Einfluss auf politische Entscheidungen hätten, sei ihre gesellschaftliche Reputation gering. Die Beteiligungserwartung der Menschen wachse ständig, ihr Mitwirkungsbedürfnis jedoch werde immer geringer. Dabei haben nicht nur die Gewählten, sondern auch die Wähler gleichermaßen Verantwortung zu tragen. Diese Verantwortung für die Demokratie lasse sich nicht einfach durch eine Wahl wegdelegieren. Es gebe in unserem demokratischen Gemeinwesen vielfältige Mitwirkungsmöglichkeiten. Neben Wahlen seien die Ausübung von Ehrenämtern, die Beteiligung an gesellschaftlichen Initiativen und die Einflussnahme auf die Meinungsbildung – auch im Umgang mit sozialen Medien – zentrale Bausteine einer lebendigen Demokratie.

Zum Abschluss unterstrich Prof. Lammert, dass Demokratie kein perfektes System sei, aber bislang keine bessere Alternative gefunden worden sei. Ihr großer Vorteil liege in ihrer Fähigkeit zur Selbstkorrektur, ihre Veränderbarkeit und ihre Lernfähigkeit.

PM: Rotary Club Schwerte/Ruhr

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