Westfälisches Literaturbüro in Unna zieht positive Jahresbilanz

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Experiment HEIMAT mit der Lyrikerin Safiye Can © WLB

Präsenz- und Onlineveranstaltungen fanden 2021 großen Anklang beim Publikum +++ Vereinsvorstand geschlossen wiedergewählt +++ bereits in Planung für 2022 sind u. a. eine Wanderausstellung zum Literatur- und Fotografie-Projekt „Experiment HEIMAT“, das Jubiläumsfestival „Mord am Hellweg X“ und eine Veranstaltungsreihe zum Barbarossa-Jahr

Trotz widriger Umstände freut sich die Leitung des Westfälischen Literaturbüros in Unna e. V. (WLB) über ein erfolgreiches Jahr 2021. Zahlreiche Lesungen und größere Projekte, wie das Literatur- und Fotografie-Projekt Experiment HEIMAT, die Ferienakademie NRW und die Sonderreihe „Mörderisches Intermezzo“, die im Herbst an die Stelle des erneut verschobenen Krimifestivals „Mord am Hellweg“ trat,  konnten in Präsenz oder digital durchgeführt werden. Viele digitale Veranstaltungen sind noch auf dem YouTube-Kanal des WLB abrufbar. Auch für das nächste Jahr gibt es schon große Pläne, unter anderem eine Veranstaltungsreihe zum Barbarossa-Jahr unter dem Titel „AUFGEWECKT“.

Trotz des pandemiebedingt etwas schwierigen Starts war die Recherchephase des Literatur- und Fotografie-Projekts „Experiment HEIMAT“ im Frühling und Sommer ein voller Erfolg. Für das Projekt gingen acht Autor*innen und neun Fotograf*innen in ganz Westfalen auf Recherchereise zum Thema „Heimat“. Das Begleitprogramm konnte zunächst digital und dann mehr und mehr auch wieder vor Ort stattfinden. „Vor allem sind wir glücklich, dass unsere engagierten Projektpartner gemeinsam mit uns den Mut aufgebracht haben, die Recherchereisen der am Experiment HEIMAT beteiligten Künstler*innen weiterhin stattfinden zu lassen“, so WLB-Leiter Heiner Remmert. Die Ergebnisse der Recherchen werden in einem Text-Foto-Band und ab April 2022 in einer Wanderausstellung an den „HEIMAT-Orten“ präsentiert. Bereits früh im Jahr traf die Festivalleitung von Mord am Hellweg die schwere Entscheidung, Europas größtes internationales Krimifestival aufgrund der andauernden Planungsunsicherheiten erneut um ein Jahr auf den Zeitraum 17. September bis 12. November 2022 zu verschieben. Zusätzlich werden für den März 2022 drei Sonderveranstaltungen mit den internationalen Bestsellerautor*innen Donna Leon, Jussi Adler-Olsen und Jeffery Deaver geplant. Um den Krimifans die Wartezeit zu verkürzen, organisierte das WLB mit der Kreisstadt Unna, Bereich Kultur im vergangenen Herbst mit dem „Mörderischen Intermezzo“ eine Sonderreihe, an der vorwiegend nationale Autor*innen beteiligt waren, die Kurzkrimis zu der aktuellen Mord-am-Hellweg-Anthologie „Jubiläumsmorde“  beigesteuert hatten. Die über zwei Dutzend Veranstaltungen wurden sehr gut vom Publikum angenommen und waren teilweise ausverkauft.

HEIMAT-Labor an der Kolvenburg im Kreis Coesfeld © WLB

Die Ferienakademie NRW wurde nach dem Ausfall 2020 in diesem Jahr erstmals digital ausgerichtet. Die Kurse waren allesamt gut besucht und die Freude der jungen Nachwuchsautor*innen über das ermöglichte Wiedersehen und den gemeinsamen Austausch groß. Nächstes Jahr feiern die beliebten Workshops für den literarischen Nachwuchs 25. Jubiläum. Gefeiert wird dies im Juli mit einer Sonderveranstaltung, bei der Wegbegleiter*innen und ehemalige Teilnehmer*innen zu Wort kommen.

Zu den weiteren Höhepunkten im Programm des WLB gehörte unter anderem auch die Verleihung des Alfred-Müller-Felsenburg-Preises an Marina Weisband im August. Außerdem richtete das Literaturbüro im Herbst passend zum Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ drei Lesungen aus dem Buch „Wenn jemand anruft, sagt, ich bin tot“ in Unna, Hamm und Gelsenkirchen aus. Da der Autor Emanuel Rosen pandemiebedingt nicht einreisen konnte, wurde er live aus Kalifornien dazugeschaltet und ein vorab aufgezeichnetes Interview mit ihm gezeigt. Auch auf den Gebieten der Beratung, Information und Weiterbildung war das Büro weiterhin sehr gefragt.

Melanie Raabe beim „Mörderischen Intermezzo“ © Mord am Hellweg

In der Eigenschaft als federführende Einrichtung des literaturlands westfalen koordinierte das WLB das gemeinsame Netzwerkfestival „europa:westfalen“, für das die Netzwerkpartner in ganz Westfalen mehr als 60 Veranstaltungen organisierten. Im ursprünglichen Veranstaltungszeitraum März bis Mai galt zwar noch der Lockdown, fast alle Veranstaltungen konnten aber erfolgreich verschoben oder digitalisiert werden. Ende des Jahres startete das literaturland westfalen außerdem eine neue Lesereihe mit westfälischen Autor*innen unter dem Titel „lila lettern – literatur aus westfalen“.

 „Wir freuen uns, dass all unsere Regel- und Projektförderer mit viel Verständnis und Flexibilität auf die Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeit unseres Büros reagiert haben und im Rahmen des ihnen Möglichen unsere Pläne und Plananpassungen unterstützt und in jeder Hinsicht gefördert haben“, so Wolfram Kuschke, Staatsminister a. D. und erster Vorsitzender des WLB, der kürzlich gemeinsam mit dem kompletten bisherigen Vereinsvorstand für die nächsten drei Jahre im Amt bestätigt wurde. Dabei gelte ein großer Dank insbesondere dem Land NRW, das das WLB nun bereits im zweiten Jahr mit Unterstützungsgeldern aus dem Kulturstärkungsfonds durch die Krise gebracht hat.

Trotz der anhaltenden Unsicherheiten blickt das Team des WLB mit Vorfreude auf das neue Jahr. Neben den bereits erwähnten Projekten, wird auch wieder der LiteraturSommerHellweg stattfinden, unter anderem mit einem großen Literaturfest im Nicolaiviertel Unna am 27. August. Außerdem beteiligt sich das Büro mit einer eigenen Veranstaltungsreihe unter dem Titel „AUFGEWECKT – Kaiser Barbarossa im Spiegel der Zeiten und Literaturen“ am Gedenkjahr anlässlich des 900. Geburtstags Friedrich I. Die nächsten Veranstaltungen, die im Nicolaihaus Unna geplant werden, sind eine Podiumsdiskussion zum Thema „Brotjobs & Literatur“ (18. Februar) und eine Lesung mit dem Träger des Literaturtalers NRW 2020 Artur Nickel (25. März). Außerdem sollen die 2020 entfallenen Weiterbildungsseminare für Autor*innen mit Horst Eckert (21. – 22. Mai) und Elke Pistor (15. – 16. Oktober) nachgeholt werden.

Volker W. Degener bei einer Lesung im Nicolaihaus Unna © WLB

Das Netzwerk literaturland westfalen feiert 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und nimmt dies unter anderem zum Anlass für einen Relaunch der Website www.literaturlandwestfalen.de und einer Erweiterung seiner Microsite, die unter literaturlandwestfalen-webfokus.de kompakt aufbereitete Informationen zum Netzwerk bietet.

PM: Westfälisches Literaturbüro in Unna e.  V.

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