Von der Wissenschaft in die Praxis

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Foto: Stadt Schwerte

Aktiv für Gleichstellung und Vielfalt eintreten – das will Carolin Neumann, die neue Praktikantin des Gleichstellungsbüros der Stadt Schwerte. Die Master-Absolventin der Gender Studies (Geschlechterforschung) möchte ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. „Schon in meiner Jugend ist mir aufgefallen, wie sehr wir von stereotypen Rollenerwartungen eingeschränkt werden und wie viel Leid hinter geschlechtlichen Festschreibungen steckt“ – sagt Carolin Neumann. „Ich wollte immer verstehen, warum meine Freundinnen so häufig sexueller Belästigung ausgesetzt waren, warum mein schwuler Freund auch in der heutigen Zeit niemals in der Öffentlichkeit die Hand seines Partners halten würde. Im Studium habe ich gelernt, dass solche Probleme in den Machtstrukturen unserer Gesellschaft begründet sind und nur sehr langsam und mit viel Engagement geändert werden können.“ In ihrem Praktikum sieht die Gender Studies-Absolventin eine perfekte Chance, dies zu tun und plant gemeinsam mit Birgit Wippermann den Internationalen Mädchentag.  Außerdem organisiert und hält sie Vorträge zum Thema sexuelle Vielfalt und Identität, auch genannt LGBTIQ* (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Intersexuell, Queer) um für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzutreten, in der alle Menschen die Möglichkeit haben ein freies und glückliches Leben zu führen. Der Studiengang Gender Studies bezeichnet ein interdisziplinäres Fachgebiet, das Geschlechterverhältnisse untersucht und differenziertes Geschlechterwissen und Genderkompetenz schaffen will. Die Forschungsperspektive hat sich in den Kultur-, Sozial-, und Geisteswissenschaften entwickelt und wird seitdem in immer mehr Wissenschaftsdisziplinen wie beispielsweise in der Medizin, der Rechtswissenschaft oder der Biologie angewendet. So entwickeln Studierende ein disziplinübergreifendes Verständnis für die Funktionsweise von Macht und Ungleichheit und den daraus resultierenden Konsequenzen für Individuum und Gesellschaft. Sie können mit diesen Qualifikationen in Forschung und Praxis neue Prozesse anstoßen, Instrumente zur Schaffung von Chancengleichheit und Inklusion entwickeln und Diversitymaßnahmen implementieren. In dem Studium wird die Konstruktion des Begriffs „Geschlecht“ (gender) in den Verschiedenen Zusammenhängen, seine Bedeutung für seine Auswirkungen auf Macht, auf die sozialen Strukturen und auf die Produktion von Wissen, Kultur und Kunst untersucht. Für das englische Wort gender in seiner soziokulturellen Bedeutung- im Unterschied zum biologischen Geschlecht (sex) – gibt es im deutschen Sprachgebrauch keine Entsprechung. Die Definition und implizite Festschreibung von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ im Alltag wie in den Wissenschaften sind selbst Gegenstand des Studienganges. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Fragen nach Hierarchie, Differenz, Rollen und Stereotypen von, zwischen und über Geschlechter.

PM: Stadt Schwerte

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