Gutachten: Marktbäume können stehen bleiben!

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(Foto: © Th.Schmithausen)

Im Zuge der Marktplatzumgestaltung will die Verwaltung nach wie vor Bäume fällen. Anders sei die Barrierefreiheit, ein zentrales Ziel des Vorhabens, nicht zu erreichen, so die Begründung. Ein Gutachten, das die Grüne Ratsfraktion in Auftrag gegeben hat, zeigt jedoch: Das ist gar nicht nötig.

Schon seit letztem September gibt es Diskussionen um die Pläne zum Markt. Eine richtige Bürger*innenbeteiligung konnte nicht stattfinden, die Pläne selbst riefen Kritik hervor. Die geplante Fällung von mehreren, teils über 50 Jahre alten Bäumen hat zu heftigen Diskussionen und sogar zu einem Bürgerbegehren geführt. Verwaltung und die Fraktionen SPD und CDU lehnten jedoch sowohl eine erneute Bürgerbeteiligung als auch einen Erhalt der Bäume ab. Ein Kernargument dabei: Es sei technisch nicht möglich, die Bäume zu erhalten. Kein Planungsbüro könne das leisten. 

„Das kam uns von Anfang an merkwürdig vor,“ erinnert sich Fraktionssprecherin Natalie Kirsch. „In anderen Städten können Bäume in Planungen eingearbeitet werden, nur in Schwerte nicht?“ Der Grüne Fraktionsantrag zum Erhalt der Bäume wurde Anfang des Jahres abgelehnt, die Säge wurde jedoch durch fehlende Fördermittel gestoppt. „Kein Planungsbüro könne die Bäume erhalten, war damals die Auskunft. In Schwerte haben wir auch wirklich keines gefunden. Wir mussten ganz weit bis nach Dortmund gehen,“ sagt Kirsch.

Das jetzt vorliegende Gutachten von Landschaftsarchitekt Hellmut Neidhardt vom BUERO N aus Dortmund schafft nun Klarheit. Ein Erhalt der Bäume ist möglich. In dem 15-seitigen Gutachten heißt es: „Die Frage eines potenziellen vollständigen Erhalts der Bestandsbäume auf dem Markt wie auch dem kleinen Markt erscheint aus fachlicher Sicht weniger mit örtlichen Gegebenheiten bzw. technischen Möglichkeiten verknüpft als viel mehr mit gestalterischen und / oder funktionalen Fragen hinsichtlich der Nutzung beider Platzbereiche.“

„Das bedeutet, es ist eine Frage des Wollens, nicht des Könnens,“ kommentiert Ratsmitglied Heilwig Donner. „Wir wollen, dass die Verwaltung und der Rat das Gutachten zur Kenntnis nehmen und den logischen Schluss ziehen: Plan ändern, Bäume erhalten.“ Auch der Ausgleich der Höhenunterschiede ist laut Gutachten mit den bestehenden Bäumen möglich: „Mit Blick auf die augenscheinlich gegebenen Platz- und Höhensituationen und die ebenso augenscheinliche Kenntnis des Wettbewerbsergebnisses sind aus fachlicher Sicht keine technischen Gründe zu erkennen sind, die einen Erhalt der Bäume auch im Rahmen des geplanten Umbaus der Platzbereiche verhindern würden.“

„Es wäre schön, wenn die Verwaltung und die anderen Fraktionen die neue Sachlage anerkennen und die Pläne noch einmal überdenken würden,“ meint Fraktionssprecher Bruno Heinz-Fischer. „Der Markt ist der zentrale Platz in Schwerte. Da müssen wir die langfristig beste Entscheidung treffen. Der Erhalt der Bäume hat einen starken Rückhalt in der Bevölkerung, und durch das Gutachten ist jetzt auch klar, dass technisch nichts dagegen spricht. Nun sind Bürgermeister und Politik am Zug.“

PM: Bündnis 90 / Die Grünen, OV Schwerte

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